Hedge Fonds
Blackstone: Guter Rückzugsinstinkt

Schon 2007 hatte sich Blackstone gerade noch rechtzeitig von Gewerbeimmobilien getrennt, die dem Untergang geweiht waren. Auch im Fall der nun insolventen US-Hotelkette Extended Stay scheint Schwarzmans Beteiligungsgesellschaft dies gelungen zu sein. Es ist schwer zu sagen, wie viel Schwarzman bei dem Deal eingefahren hat, aber zumindest hat er keine gewaltigen Verluste erlitten.
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Blackstone ist im Pleitenhagel wieder einmal einer Kugel ausgewichen. Schon 2007 hatte sich die Beteiligungsgesellschaft von Steve Schwarzman rechtzeitig von Gewerbeimmobilien getrennt, die dem Untergang geweiht waren. Auch mit der jetzt insolventen US-Hotelkette Extended Stay scheint der Firma dies gelungen zu sein. Es ist schwer zu sagen, wie viel Schwarzman bei dem Deal eingefahren hat, aber zumindest hat er nicht sein letztes Hemd verloren.

Blackstone hatte Extended Stay 2004 für rund 3,1 Mrd. Dollar gekauft. Die Buyout-Firma fügte der Hotelkette in den nächsten paar Jahren noch weitere Vermögenswerte hinzu und verkaufte das Unternehmen Mitte 2007 für acht Mrd. Dollar an den Private Equity-Kollegen Lightstone.

Während dieser Zeit wurden nicht offen gelegte Beträge investiert, daher ist nicht exakt zu beziffern, wie viel Blackstone bei dem Deal gut gemacht hat. Zudem behielt die Firma einen kleinen Anteil an Extended Stay. Trotzdem dürfte Schwarzman mit der Investition weit in den schwarzen Zahlen gelandet sein. Und auf jeden Fall hat er es vermeiden können, total vom Tisch gefegt zu werden oder die gigantischen Unannehmlichkeiten durchleiden zu müssen, die eine Insolvenz oft verursacht.

Blackstone hat ein Händchen dafür, sich aus Gewerbeimmobilienabschlüssen zurückzuziehen, bevor sie kippen. Anfang 2007 entledigte sich die Firma schnell mehrerer Bürogebäude, die sie nur einige Monate zuvor als Teil ihrer Akquisition von Sam Zells Equity Office Properties erworben hatte. Bald darauf begann der Markt mit seiner Talfahrt und einige der Investoren, die an diesen Käufen beteiligt waren, gerieten in Schwierigkeiten. Darunter waren der Immobilienmagnat Harry Macklowe und der Hedge Fonds Fortress Investment Group.

Natürlich sind auch die Zeugnisse von Blackstone nicht makellos. Die Firma hält immer noch einige Vermögenswerte der ehemaligen EOP. Außerdem hat sie Hilton Hotels genau zu dem Zeitpunkt gekauft, als sie sich von Extended Stay trennte - genau auf dem Höhepunkt des Markts. Ihre Immobiliengruppe ist also noch nicht über den Berg. Aber da Blackstone bisher einige potenziell große Verluste in diesem Sektor umgehen konnte, wäre es keine Überraschung, wenn ihr dies noch ein paar Mal gelänge.

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