Hedge Fonds
Blackstone hängt Fortress ab

Unter großem Medienrummel waren die Beteiligungsgesellschaften Fortress und Blackstone im Jahr 2007 in überteuerten Erstemissionen an die Börse gegangen. Beide mussten seitdem schwere Rückschläge verkraften. Blackstone kommt besser aus der Krise als der Konkurrent.
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Fortress Investment Group und Blackstone sind zwei Beteiligungsgesellschaften, die besonders im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Beide sind im Jahr 2007 unter großem Medienrummel in überteuerten Erstemissionen an die Börse gegangen. Beide mussten seitdem schwere Rückschläge verkraften. Doch da sich nun zumindest ansatzweise eine Erholung abzeichnet, unterstreichen ihre Drittquartalsergebnisse, dass die größere Blackstone offenbar besser dazu in der Lage ist, ihr Geschäft zu streuen und die Investoren bei der Stange zu halten.

Die Aktien von Fortress wurden im Februar 2007 notiert, erreichten im weiteren Jahresverlauf ihren Spitzenstand und sanken daraufhin um 97 Prozent, bis sie im Dezember des vergangenen Jahres ihren Tiefststand erreichten. Seitdem sind sie um das Vierfache gestiegen und werden jetzt in etwa zu einem Viertel ihres Erstemissionskurses gehandelt. Die Titel von Blackstone wurden im Juni 2007 notiert und sind einer ähnlichen, aber weniger extremen Flugbahn gefolgt, während die Kredite, das Lebenselixier für Deals der Private Equity-Branche, zunächst in sich zusammenfielen und sich dann wieder fingen. Die Aktien der Firma werden jetzt mit rund der Hälfte des Erstemissionskurses bewertet.

Am Freitag hatte dieser relative Gleichklang allerdings ein Ende und die beiden Unternehmen marschierten in unterschiedliche Richtungen davon. Nachdem die Unternehmen früh am Handelstag ihre Drittquartalsergebnisse präsentiert hatten, schlossen die Blackstone-Papiere mit einem Plus von rund sieben Prozent, während die Aktien von Fortress um etwa zehn Prozent nachgaben.

Das lässt sich leicht erklären: Blackstone scheint sich einfach besser zu entwickeln. Die Firma hat zum Beispiel vier Portfolio-Unternehmen zu einem annehmbaren Preis verkauft, hat zwei Erstemissionen beantragt und will im kommenden Jahr sechs weitere Unternehmen an die Börse führen. Der einzige Verkauf von Bedeutung, den dagegen Fortress im Berichtsquartal vorweisen konnte, war die Veräußerung von RailAmerica.

Blackstone ist zudem breiter aufgestellt. Abgesehen vom Private Equity-Geschäft verfügt die Firma über eine umfangreiche Immobilieninvestmentsparte. Ihr Bereich Kredite und börsengängige Wertpapiere verwaltet unter unterschiedlichen Rubriken von Kredit-Hedge Fonds bis Dachfonds üppige 53 Mrd. Dollar. Zudem verbucht die Beteiligungsgesellschaft Einnahmen aus der Beratertätigkeit. Fortress kann nur die Sparten Private Equity und Hedge Funds vorweisen, wobei beide Bereiche kleiner sind als die von Blackstone.

Auch wenn es darum geht, die Investoren auf dem Laufenden zu halten, hat Steve Schwarzmans Blackstone den Konkurrenten Fortress überholt. Die Berichte zu den Quartalsergebnissen sind detaillierter und man kann ihnen leichter folgen, als dies früher der Fall war. Die Erklärungen von Fortress sind weniger hilfreich. Sie gehen sparsamer mit Einzelheiten um und sie sind weniger übersichtlich, da zum Beispiel aufeinander folgende Quartale nicht nebeneinander gestellt werden.

Die Investoren von Fortress haben größere Klarheit angemahnt, die ihnen die Firma ab dem kommenden Quartal in Aussicht gestellt hat. In der Zwischenzeit müssen sich die Anleger auf der Grundlage dessen ein Urteil bilden, was sie sehen können. Vorerst scheint Blackstone die Krise in einer stärkeren Verfassung überlebt zu haben.

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