Hedge Fonds
Blackstones Wachstumskurs

Blackstone könnte aus dem Zermürbungskrieg in der Private Equity-Branche als Gewinner hervorgehen. Die Beteiligungsgesellschaft, sammelt gerade Mittel für ihren jüngsten Übernahmefonds ein. Zwar ist ein weiterer Mega-Fonds nicht in Sicht, doch in einer rückläufigen Branche dürfte die Firma wachsen.
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Blackstone mag zwar nicht mehr in der Lage sein, wie im Jahr 2007 für einen Übernahmefonds die Rekordsumme von 21,7 Mrd. Dollar einzusammeln. Doch in einer schrumpfenden Branche scheint es dem alternativen Asset Manager unter der Leitung von Steve Schwarzman möglich, ein relatives Wachstum zu erzielen.

Insgesamt werden die Buyout-Fonds von Blackstone im Verlauf des kommenden Jahres vermutlich schrumpfen, denn die Firma ließ, anders als die Pensionsfonds und College-Stiftungen in der Vergangenheit, den Investoren keinen Cash zukommen. Und einige Investoren können einfach nicht mit Engagements nachziehen, da ihr gesamtes verwaltetes Vermögen während der Finanzkrise zurückgegangen ist.

Zudem ist es alles andere als klar, ob die von Steve Schwarzman geleitete Blackstone und ihre vielen Konkurrenten im Übernahmegeschäft die Geldsummen einsetzen könnten, wie sie sie während der Boom-Jahre ausgegeben haben. Das durchschnittliche Volumen einer durch Fremdmittel finanzierten Übernahme lag bisher in diesem Jahr bei unter 100 Mill. Dollar. Dies entspricht in etwa einem Zehntel des durchschnittlichen Transaktionsumfangs im Jahr 2007, berichtet Dealogic.

Neue Mittel einzusammeln, war daher schon eine Herausforderung. Für den jüngsten Fonds erreichte Blackstone bisher nur neun Mrd. Dollar. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird der neue Fonds möglicherweise bei unter 15 Mrd. Dollar schließen - das ist weit weniger als die Rekordsumme von 21,7 Mrd. Dollar im Jahr 2007.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet ist dieses Ergebnis zwar gar nicht so schlecht. Der größte Fonds, den Blackstone davor eingerichtet hatte, umfasste Vermögenswerte über sechs Mrd. Dollar. Doch selbst damals hatte die Branche Deals vorzuweisen, deren Umfang rund das Doppelte des derzeitigen Durchschnittsvolumens erreichte.

Alle Aspekte zusammengenommen legen nahe, dass Blackstone Kapital aus den Schwierigkeiten der Konkurrenten schlagen kann. Einige Investoren waren bestrebt, ihre Engagements bei Firmen wie Sun Capital und PAI Partners zu kappen, wodurch sich größeren und breiter aufgestellten Asset Managern wie Blackstone die Möglichkeit bietet, die dadurch entstandene Lücke zu füllen.

Und während die Anleger zwar scheinbar ihre Engagements zurückfahren, so scheuen sie dennoch nicht ganz vor Übernahmen zurück. Ein Drittel der Private Equity-Investoren, die jüngst von Pregin befragt wurden, plant nach eigenen Angaben, in den kommenden Jahren ihre Zuteilung für Buyouts erhöhen zu wollen. Nur 14 Prozent der Befragten wollen demnach in diesem Bereich kürzer treten.

Die Investoren werden allerdings bei der Auswahl der Fonds kritischer vorgehen. Wie Pregin weiter berichtet, nehmen 22 Prozent der befragten Anleger jetzt eine striktere Sorgfaltsprüfung vor als in der Vergangenheit. Davon würden stärkere Firmen profitieren - und in diese Kategorie dürfte Blackstone bequem hineinpassen.

Auch wenn das verwaltete Vermögen sinken mag, musste Blackstone bisher bei seinem bestehenden Fonds keine großen Konzessionen machen - ein Zeichen dafür, dass die Investoren von annehmbaren Renditen ausgehen. Zudem ist Schwarzmans Firma bisher ein peinlicher Fehlschlag erspart geblieben - wie etwa die Investition über eine Mrd. Dollar, die TPG bei der Washington Mutual verloren hat.

Zudem plant Blackstone, im Verlauf des kommenden Jahres mindestens acht Portfolio-Unternehmen zu verkaufen, darunter Graham Packaging, die in dieser Woche eine Erstemission beantragt hat. Das sollte Cash für die Investoren frei setzen, die die Mittel vielleicht wieder bei der Firma investieren. Und berücksichtigt man, dass Blackstone zwei Jahrzehnte lang Renditen über durchschnittlich mehr als 30 Prozent erzielt hat, dann scheint die Beteiligungsgesellschaft - relativ gesehen - in guter Verfassung zu sein.

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