Hedgefonds-Fusion
Keine Tragödie

Die Nachricht, dass sich Xerion Capital Partners an Perella Weinberg Partners verkauft, ist ein Zeichen unserer Zeit. Ein verwaltetes Vermögen von weniger als einer Mrd. Dollar sieht langsam immer kläglicher aus. Nach Xerion dürften andere kleinere Fonds größeren und vielleicht stärker diversifizierten Werbern in die Hände fallen.
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Die Nachricht, dass sich Xerion Capital Partners an Perella Weinberg Partners verkauft, ist ein Zeichen unserer Zeit. Ein Alleingang wäre hart geworden für den relativ kleinen Fonds über 400 Mill. Dollar, auch wenn Xerion besonders in diesem Jahr eine beachtliche Entwicklung aufgewiesen haben soll. Sicher, Hedgefonds haben ihr Geschäft laut einem Bericht von Hedge Fund Intelligence im ersten Halbjahr 2007 insgesamt um 19 Prozent auf 2,5 Bill. Dollar gesteigert. Aber die größten Firmen horten einen stetig wachsenden Anteil an neuen Investitionen. Dieser Trend hat sich seit den Marktstürmen im Juli und August noch beschleunigt.

Investoren wollen natürlich gute Leistungen sehen. Aber immer mehr Anleger wollen jetzt auch den Komfort einer großen, ein wenig diversifizierten Institution mit ausgeklügelten Risiko-Management-Systemen und personell gut ausgestatteten Back-Offices. Dabei hilft es, dass die größten Fonds kaum je einen Einzelinvestor haben, der groß genug wäre, um mit dem Abzug seiner Mittel Ärger zu verursachen. Mega-Fonds verfügen manchmal auch über ihre eigenen mittelfristigen Schuldtitel, die sie vor jedem Stimmungsumschwung auf dem Interbankenmarkt schützen.

Nachdem im Sommer sogar große Fonds ihre eigene Fehlbarkeit erkennen mussten, hat sich die Stimmung bei Fusionen und Akquisitionen durch Hedge Fonds gedreht. Es geht jetzt weniger um Preismaximierung und mehr um strategische Vorteile. So passt es denn auch, dass ausgerechnet die Investmentboutique von M&A-Legende Joseph Perella als einer der ersten Käufer aus den Sommerturbulenzen auftaucht. Einen Spezialfonds für notleidende Kredite im eigenen Haus zu haben, gibt den Ambitionen von Perella Weinberg beim Asset Management zusätzlichen Antrieb - zu welchem Preis wurde zwar nicht offen gelegt. Er war aber sicherlich niedriger als noch vor ein paar Monaten.

Ein verwaltetes Vermögen von weniger als einer Mrd. Dollar sieht langsam immer kläglicher aus. Nach Xerion dürften andere kleinere Fonds größeren und vielleicht stärker diversifizierten Werbern in die Hände fallen. Einige werden tapfer alleine weitermarschieren, aber die, die nichts Besonderes anzubieten haben, riskieren es, von den Investitionen abgeschnitten zu werden und dann einen vorschnellen Abgang zu machen.

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