Hedgefonds
Lehman-Erdrutsch verändert Prime Brokerage

Für Hedgefonds-Vermögen erwies sich die Lehman-Pleite als Falle, sie erschütterte auch das Vertrauen in Morgan Stanley und Goldman Sachs. Heute, ein Jahr später, stehen Hedgefonds-Investoren vor einer völlig veränderten Landschaft. Richard Beales erklärt, wie sich Deutsche, Credit Suisse und Konsorten Zugang zu diesem Markt verschaffen konnten.
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Die dramatischen Veränderungen im Prime Brokerage können als Nachbeben des Lehman-Zusammenbruchs vor zwölf Monaten verstanden werden. Der Bankrott des Finanzdienstleisters erschütterte das Vertrauen in Morgan Stanley und Goldman Sachs und vergraulte die Hedgefonds-Kunden. Ein Jahr später tauchen Deutsche Bank und Credit Suisse unter den Gewinnern auf.

Das Geschäft ist lohnend. Nach Sanford Bernstein setzte die Branche im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 12,4 Milliarden Dollar mit Hedgefonds um, Einnahmen aus dem Hedgefonds-Handel noch nicht gerechnet. Sie steuerten noch einmal rund zwölf Milliarden Dollar bei. Das entspricht zusammengenommen fast einem Zehntel des gesamten Investmentbanking-Volumens des Boom-Jahres 2007.

Morgan Stanley und Goldman teilten sich früher über 50 Prozent des Prime-Brokerage-Marktes - das heißt, sie beteiligten sich an Management, Finanzierung und Handel zahlreicher Fonds. Der begierigen Konkurrenz fiel es schwer, auch nur einen Fuß in die Tür zu diesem lukrativen Markt zu bekommen.

Dann kam die Kreditkrise und der Kollaps eines anderen großen Prime Brokers, Bear Stearns, der sich in die Arme JP Morgans flüchtete. Der Beinahe-Bankrott der kleinsten, voll ausgebildeten Wall-Street-Firma jagte schon einigen Hedgefonds Angst ein. Aber am schlimmsten traf sie der Lehman-Konkursantrag vom vergangenen September.

Die schlechten Nachrichten kamen gleich von zwei Seiten. Erstens geriet das Bild von der finanziellen Solidität der größeren Investmentbanken, zum Beispiel Morgan Stanley und Goldman Sachs, plötzlich ins Wanken. Im Verlaufe eines einzigen Monats verwandelten sich beide in Bankenholdings, die einen scheinbar sichereren rechtlichen Rahmen boten und den Weg zu den staatlichen Hilfsfonds frei machten.

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