Hilfigers Umschwung
Finanzinvestor macht Hilfiger-Mode zu Gold

Im Jahr 2005 übernahm der britische Finanzinvestor Apax Partners den damals strauchelnden US-Modedesigner Tommy Hilfiger. Das Markenimage wurde angehoben und die Firmenzentrale nach Europa verlegt, mit durchschlagendem Erfolg: In nur zwei Jahren verfünffachte sich der Wert der Investition. Die Versuchung muss groß sein für Apax, jetzt Kasse zu machen.

Im Jahr 2005 übernahm der britische Finanzinvestor Apax Partners den damals strauchelnden US-Modedesigner Tommy Hilfiger. Das Markenimage wurde angehoben und die Firmenzentrale nach Europa verlegt, mit durchschlagendem Erfolg: In nur zwei Jahren verfünffachte sich der Wert der Investition. Die Versuchung muss groß sein für Apax, jetzt Kasse zu machen. Andererseits könnte die Erfolgsstory von Hilfiger auch noch weitergehen.

Das Apax Presseberichten zufolge Hilfiger an die Börse bringen will, wäre leicht verständlich. Die britische Beteiligungsgesellschaft hat den Wert ihrer Investition beim US-Designer in nur zwei Jahren verfünffacht. Dafür verantwortlich ist Fred Gehring, den Apax vom Europachef zum Leiter des gesamten Unternehmens beförderte. Gehring verlegte die Zentrale nach Amsterdam und baute das hochprofitable Geschäft in der neuen Heimat Europa aus, während die schwächelnden US-Aktivitäten zurückgeschraubt wurden. In den nächsten drei Jahren will die Firma die Zahl ihrer Modegeschäfte um 25 Prozent erhöhen, die meisten neuen Läden sollen in Europa entstehen.

Der Umschwung bei Hilfiger ist beeindruckend. Bis Mitte der neunziger Jahre verdiente die Firma beständig Geld mit dem Verkauf spießiger Oxford-Hemden an Studenten. Dann wurde Hilfiger zur Lieblingsmarke von Gangster-Rappern wie Snoop Doggy Dogg, und der Umsatz ging durch die Decke. Die neue Kundschaft wanderte allerdings nach einigen Jahren weiter, nicht ohne die spießigen Studenten zuvor nachhaltig verschreckt zu haben.

Gehring versuchte gar nicht erst, dem darbenden US-Geschäft neues Leben einzuhauchen. Statt dessen machte er dort so viele Läden dicht, dass der Umsatz in nur einem Jahr im die Hälfte zurückging. Investiert wurde nun in protzige neue Modegeschäfte in Europa, wo eine Designer-Jeans das Dreifache dessen einbringt, was für ihre Billigvariante in den USA gezahlt wird.

Für Apax wurde es ein Riesengeschäft. Als der Investor einstieg, waren Hilfiger-Aktien an der Börse 350 Millionen US-Dollar wert, die Verbindlichkeiten des Unternehmens summierten sich auf eine Milliarde US-Dollar. Wenn Hilfiger jetzt bei einem Börsengang mit 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet würde und die Hälfte der Schulden zurückgezahlt worden wären, bliebe ein Gewinn von 1,7 Milliarden US-Dollar übrig – das ist das Fünffache des ursprünglichen Aktieninvestments.

Es erscheint sinnvoll, wenn Apax jetzt einen Teil seiner Investition zu Bargeld machen will. Schließlich ist das Modegeschäft sehr wechselhaft. Die neuen Nobelläden und die Konzentration auf höhere Gewinnmargen in Europa sollten allerdings auch künftig das Gewinnwachstum nähren. Hilfigers Umschwung könnte sich also noch in eine echte Wachstumsgeschichte verwandeln.

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