Höhere Grundgehälter sind keine Lösung für Banker
Bonus ist kein Schimpfwort

„Bonus“ ist derart zum Unwort geworden, dass britische Regulatoren jetzt höhere Grundgehälter für Bankangestellte unterstützen. Das ist allerdings die falsche Art von Reform, denn damit würde das Geschäftsmodell der Branche zerstört. Viel besser wäre es, wenn man sich darauf konzentrieren würde, Boni an echte Leistungen und Gewinne zu koppeln.

Boni sind schlecht, stimmt´s? Es ist deswegen besser, Bankangestellten höhere Grundgehälter zu zahlen. Diese Denkweise steht hinter den jüngsten Reformideen der britischen Finanzaufsicht Financial Services Authority (FSA). Sie scheint auch die UBS zu beeinflussen, die nach der Kürzung der Boni die Grundgehälter erhöht.

Sicherlich ist die Bonus-Kultur im Londoner Finanzdistrikt und an der Wall Street missbraucht worden. Die Vorstellung, dass daher die Finanzdienstleistungsbranche mit höheren Grundgehältern besser fahren würde, scheint aber dennoch falsch zu sein.

"Bonus" sollte nicht als Schimpfwort betrachtet werden. In einer gut funktionierenden Organisation erfüllen Boni zwei wichtige Funktionen. Erstens dienen sie als Anreiz, der jeden einzelnen motiviert und für höhere Leistungen belohnt. Zweitens stellen sie eine Art Gewinnbeteiligung dar und bieten Flexibilität bei den Grundkosten. Wenn die Zeiten schlecht sind, so wie derzeit, können die Entlohnungskosten insgesamt zurückgeführt werden.

Natürlich hat das Bonusmodell in der Finanzdienstleistungsbranche nicht gut funktioniert. Die Boni gingen zwar zurück, doch gescheiterte oder strauchelnde Banken wie Lehman Brothers und Merrill Lynch leisteten ihren Angestellten weiterhin dicke Sonderzahlungen.

Die FSA hat auf diese Skandale reagiert, indem sie vorbringt, dass "feste Zahlungen ein ausreichend hoher Bestandteil der Gesamtvergütung sein sollten, um flexible Bonuspläne zu ermöglichen". Dies ist aber genau die falsche Art von Reform. Wenn man Firmen dazu ermutigt, ihre Grundgehälter heraufzusetzen, wird dies ihre Grundkosten weniger flexibel machen und die Fähigkeit verringern, künftigen Abschwüngen zu trotzen.

Regulatoren sollten sich besser darauf konzentrieren, Boni an echte Leistungen und Gewinne zu koppeln. Man muss der FSA zugestehen, dass sie dies auch tut. Sie spricht sich beispielsweise dafür aus, dass Leistungen über mehrere Jahre hinweg bewertet werden, dass zwei Drittel der Boni unter normalen Umständen mit Verzögerung ausgezahlt werden und dass langfristige Anreizpläne risikoadjustiert sein sollten.

Die Regulatoren brauchen aber keine höheren Grundgehälter zu fordern. Besser sollte man den Firmen klar machen, dass Boni nur Boni sind, und nichts anderes. Das bedeutet, dass in einem wirklich schlechten Jahr die meisten Angestellten so gut wie nichts bekommen sollten.

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