HSBC
Von Allem das Beste

Die Ökonomien von West und Ost mögen stetig auseinanderdriften – HSBC schlägt sich dennoch in beiden relativ wacker. Die Aktien der in UK gelisteten Bank machten Riesensprünge nach der Ankündigung, die Vorsteuer-Einnahmen seien im dritten Quartal „signifikant“ gestiegen.
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Die Ökonomien von West und Ost mögen stetig auseinanderdriften - HSBC schlägt sich dennoch in beiden relativ wacker. Die Aktien der in UK gelisteten Bank machten Riesensprünge nach der Ankündigung, die Vorsteuer-Einnahmen in Q3 seien im Vergleich zum Vorjahr dank des starken Handelseinkommens und schrumpfender Schuldenberge "signifikant" gestiegen. Eine beeindruckende Performance, die solider scheint, als jene der meisten Rivalen.

Asien erholt sich. HSBC registrierte gestiegene Kreditanfragen von Geschäftskunden - wenn sich auch diese wegen der nervösen Behörden als wenig profitabel erweisen. Noch besser: die in Q2 verzeichneten Rekorde bei Bankgeschäften und Markteinkünften halten trotz verringerter Kreditmargen und fallender Volatilität an.

Im Westen kann HSBC nicht in diesem Maße glänzen, doch die Hoffnung steigt. In den USA legte die Bank drei Mrd. Dollar zur Abdeckung fauler Assets beiseite, die geringste Summe seit einem Jahr. Momentan wirken sich steigende Arbeitslosenzahlen und fallende Immobilienpreise nicht so desaströs auf die HSBC-Bilanz aus, wie befürchtet. Mit dem Ausbleiben der Finanzspritzen könnte sich dennoch Alles zum Schlimmeren wenden.

Trotz allem steht HSBC, anders als die Konkurrenz, auf zwei Beinen. Das rechtfertigt ein Premium-Rating des 2,1-fachen des vorhergesagten Buchwerts für 2010. Zum Einen gibt es da die konservative Finanzierung. Allein in Asien verfügt das Geldinstitut über Einlagen, die die Kredite um 215 Mrd. Dollar übersteigen. Damit minimiert die Bank das Risiko zweifelhafter kurzfristiger Interbankgeschäfte. Ein Refinanzierungs-Stau könnte sich nämlich zum nächsten Sargnagel für Bankinvestoren entwickeln.

Die zweite Säule bildet China. HSBC hat sich bereits zu einem Umzug ihres CEOs nach Osten und für eine Notierung in Schanghai entschieden - ein deutliches Signal für die Wichtigkeit des Reichs der Mitte. Zwar ist HSBC nur ein Tropfen auf den heißen Stein - knapp über 23 Mrd. dort angelegte Dollar machen nur ein Sechstel der US-Assets aus. Wenn das Schlimmste in den USA jedoch überstanden ist, wenden Investoren ihren Blick vielleicht von den westlichen Katastrophen ab und konzentrieren sich auf fernöstliche Verheißungen.

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