Hypo Real Estate
Hypo ist kein Traumgeschäft für Flowers

Mit der deutschen Bank Hypo Real Estate scheint die Beteiligungsgesellschaft mehr Glück zu haben als mit Friends Provident. Hypo ist preisgünstig zu haben und das Darlehensgeschäft verläuft vielversprechend. Ideal ist der Deal dennoch nicht. Flowers erhält lediglich einen Anteil von 25 Prozent und die in Misskredit geratene Hypo-Chefs bleiben. Offensichtlich fühlt sich Flowers unter Druck, endlich ein Geschäft unter Dach und Fach zu bringen.

Christopher Flowers hat nicht gerade den überzeugendsten Weg gewählt, um sich wieder ins Spiel zu bringen. Aber JC Flowers, das Investmentinstrument des privaten Kapitalgebers, scheint mit dem Einstieg bei Hypo Real Estate für 1,1 Milliarden Euro die lange Phase erfolgloser Beteiligungsangebote beenden zu können. Die leidgeprüfte deutsche Bank hat ihre Zustimmung zu dem Deal jedenfalls bereits signalisiert. Das Geschäft verspricht jedoch weniger erfolgreich zu werden als einige seiner früheren Deals.

Hypo wirkt viel eher wie die Lieblingsmahlzeit des Unternehmers als Friends Provident, die britische Versicherung, die sich wohl in die Reihe der Flowers-Flops einreihen wird. Die Aktien der Hypo notierten bereits 50 Prozent niedriger als im Vorjahr als Flowers die Hand hob. Verglichen mit anderen europäischen Finanzunternehmen, die im Durchschnitt um 18 Prozent fielen, ist Hypo unter den börsennotierten Banken der Region, egal welcher Größenordnung, die billigste. Selbst mit einem Aufgeld von 22 Prozent zahlt die Beteiligungsgesellschaft noch nicht gerade üppig für Hypo. Bei einem Gebot von 22,50 Euro pro Aktie bewertet Flowers die Bank mit dem 0,7-fachen ihres Buchwerts und dem 4,7-fachen ihrer für das kommende Jahr erwarteten Gewinne – gemessen an beiden Kennzahlen ein Abschlag von mehr als 40 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe.

Und die Hypo-Probleme scheinen schon eher nach dem Flowers-Geschmack zu sein. Ihre magere Bewertung ist auf Fehleinschätzungen bei US-Subprime-Hypotheken zurückzuführen und Befürchtungen, die Bank könnte über weitere schlechte Hypothekenrisiken in ihren Büchern oder die Abhängigkeit von institutionellen Anlegern stolpern – Hypos Kreditvergaben entsprechen nahezu dem Achtfachen ihrer Einlagen. Diese Situation ist spiegelbildlich zu den Problemen der japanischen Shinsei, bei der Flowers der prestigeträchtige Turnaround gelang.

Flowers Problem besteht darin, seine Erfahrung zum Tragen zu bringen. Deutschland wehrt sich traditionell gegen die vollständige Kontrolle durch Eigenkapitalgeber. Flowers könnte es also schwer haben, da er seinen Anteil auf 25 Prozent begrenzt und zugestimmt hat, die Manager zu behalten, auf deren Konto die missliche Lage der Hypo in erster Linie gebucht werden muss. Zieht Flowers zum Beispiel eine Verbindung mit anderen Teilen seines Imperiums in Betracht – etwa mit der deutschen HSH Nordbank oder der niederländischen Geschäftsbank NIBC – um Kostenvorteile zu schöpfen, könnte ihm der fehlende Einfluss einen Strich durch die Rechnung machen.

Flowers ist wahrscheinlich nicht allzu kleinlich. Seine Beteiligungsgesellschaft ist dank Zuflüssen von 4,4 Milliarden Dollar aus China hochliquide. Und die Reihe fehlgeschlagener Deals hat seinen Ruf als Käufer beschädigt. Hypo unter Dach und Fach zu bringen, auch unter Kompromissen, könnten einen Teil des alten Glanzes zurückbringen.

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