Im Teufelskreis
Verheerendes Duell: Berlusconi gegen Italien

Nicht nur das Ansehen des italienischen Ministerpräsidenten verdorrt unter der römischen Sonne, der italienischen Wirtschaft geht es ebenso. Reformen sind erforderlich, um einen Teufelskreis aus niedrigem Wachstum, zurückgehenden Exporten und lähmenden Schulden zu durchbrechen. Weil Berlusconi aber mit anderen Dingen beschäftigt ist, darf man keine großen Änderungen erwarten.
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Es ist nicht nur die Reputation von Silvio Berlusconi, der derzeit unter der römischen Sonne vertrocknet. Genauso ergeht es Italiens Wirtschaft. Reformen werden gebraucht, um einen Teufelskreis aus niedrigem Wachstum, schrumpfenden Exporten und steigender Schuldenlast zu durchbrechen. Doch Berlusconi ist mit anderen Dingen beschäftigt, sodass große Veränderungen unwahrscheinlich sind.

Die Probleme der italienischen Wirtschaft sind nicht so explosiv wie die Berichte über das Sexualleben des Ministerpräsidenten. Sie reflektieren aber Trends, die schwerer zu ändern sein könnten als das possenhafte Verhalten, das man Berlusconi nachsagt.

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) rechnet jetzt mit einem Rückgang des italienischen Bruttoinlandsproduktes um 5,5 Prozent in diesem Jahr. Bis 2010 dürfte sich das Haushaltsdefizit auf 5,8 Prozent des BIP ausweiten, während die Staatsschulden auf 120 Prozent des BIP anwachsen könnten. Gemessen am Verhältnis zum BIP hat Italien schon heute die höchste Staatsverschuldung in Europa.

Berlusconi und Finanzminister Giulio Tremonti sprachen davon, dass es keine Krise gibt, und sie ermutigten die Italiener, weiterhin Geld auszugeben. Der Rückgang bei Wachstum und Exporten macht aber die Haushaltslage in Italien so kritisch wie zuletzt in den 1990er-Jahren.

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