Immobilienerwerbsteuer
Es ist kaputt, repariert es nicht

Es ist eine schlechte Idee, die Steuer auf den Immobilienerwerb auszusetzen. Familien werden Geld verlieren, weil die Eigenheimpreise noch weiter fallen. Und die Regierung wird dringend benötigte Einnahmen verlieren. Aus dem britischen Eigenheimmarkt muss noch Luft abgelassen werden, er wird sich nur erholen, wenn dies auch die Wirtschaft tut.

Der britische Eigenheimmarkt ist im freien Fall, und mit ihm fällt das Glück der Regierung. Eine schnelle Reparatur ist verlockend. Doch das Geraune in der Regierung erscheint unklug. Die Eigenheimpreise bildeten eine schöne Blase, womit sie das Wachstum der Wirtschaft anfachten und die öffentlichen Kassen füllten. Dass nun die Luft aus der Blase gelassen wird, ist notwendig, heilsam und unumgänglich. Eine Einmischung würde nicht nur fehlschlagen, sie würde auch die Finanzen von Familien und Regierung weiter schädigen.

Eigenheimkäufern eine Aussetzung der Immobilienerwerbsteuer anzubieten, wäre ein von der Regierung gelieferter Anreiz, zur falschen Zeit zu kaufen. Die einprozentige Steuer, die beim Kauf eines nach Angaben der Hypothekenbank HBOS 177.351 britische Pfund teuren durchschnittlichen Eigenheimes anfällt, beträgt 1.774 Pfund. In einem Jahr könnte der durchschnittliche Preis eines Eigenheimes aber durchaus zehn Prozent niedriger liegen. Ein typischer Empfänger des von der Regierung erwogenen Geschenks würde also 15.961 Pfund verlieren.

Das wäre schlecht für den Käufer, und auch für die Regierung. Sie ist knapp bei Kasse, und die Immobilienerwerbsteuer brachte im letzten Haushaltsjahr 6,5 Milliarden Pfund ein. Auch in einem schwachen Markt werden sich einige Käufer finden. Die Immobilienerwerbsteuer könnte in diesem Jahr etwa die Hälfte der Vorjahreseinnahmen bringen.

Schon die Erwähnung der Regierungsideen brachte viel Unsicherheit und entmutigte jene, die einen Kauf planten. Hausbauer haben anerkannt, dass Herumfummeln an der Immobilienerwerbsteuer wohl nicht helfen wird. Was ihnen gefallen könnte, wären Maßnahmen gegen den Mangel an Hypotheken, der durch die viel geringeren Ausleihungen gebeutelter Banken ausgelöst wurde.

Die Regierung könnte dieses Problem angehen, indem sie eine neue Institution schafft, die den Banken Hypotheken abkauft und damit die Eigenheimrisiken in einer staatlich gestützten Institution konzentriert, ähnlich wie bei Fannie Mae in den USA. Dies wäre allerdings ein weiteres Desaster. Zum Glück dürfte die Regierung durch Ereignisse jenseits des Atlantik vor dieser Idee gewarnt sein. Die traurige Wahrheit ist, dass es keine einfache Heilung gibt, wenn man die Bildung einer Blase einmal zugelassen hat. Es gibt aber viele Wege, die Dinge noch schlimmer zu machen. Die Preise von Eigenheimen müssen noch weiter fallen, die Wirtschaft muss eine schmerzhafte Bereinigung durchlaufen, und die Erholung der Gesamtwirtschaft muss beginnen. Dies wird Zeit brauchen. Die Regierung wird vielleicht nicht warten wollen, aber es wäre besser, wenn sie es versuchen würde.

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