InBev/Buffett
Weiser Ratschlag

Es ist schwer nachzuvollziehen, warum Warren Buffett die Offerte von InBev für Anheuser-Busch über 47 Mrd. Dollar nicht unterstützen sollte. Die nun seit drei Jahren bestehende Investition des Milliardärs in den „König der Biere“ hat ihn nicht weitergebracht. Der Weise von Omaha könnte schlechter abschneiden, als seine 2,3 Mrd. Dollar zu nehmen – und sich an InBev zu beteiligen.

Was soll der Weise von Omaha dem König der Biere sagen? Der Chef von Anheuser-Busch, dem Hersteller von Budweiser, wird sich voraussichtlich in dieser Woche mit Warren Buffett, dem größten Aktionär von Anheuser mit einem Anteil von fünf Prozent, treffen, um mit ihm über eine Reaktion auf die Offerte der belgischen InBev über 65 Dollar je Aktie zu sprechen. Wenn der Investor seiner auf Wertschöpfung basierenden Philosophie treu bleibt, dann sollten die Buschs, die Gründerfamilie der Brauerei, nicht auf seine Unterstützung setzen, wenn es darum geht, den unerwünschten Werber abzuwimmeln.

Der Weise von Omaha könnte den Brauerei-Chef August Busch IV an einige bittere Wahrheiten erinnern. Buffetts Investmentgruppe Berkshire Hathaway hatte ihre Bud-Aktien Anfang 2005 gekauft, als sie rund 48 Dollar gekostet hatten. Nach drei Jahren treten sie immer noch auf der Stelle. Die Dividenden über 150 Mill. Dollar, die Buffett erhalten hat, rechtfertigen seinen Einsatz über 1,7 Mrd. Dollar kaum. Eine Wertschöpfung hat sich einzig durch das Gebot von InBev ergeben.

Er könnte Busch auch fragen, wie er die 65 Dollar je Aktie in bar, die auf dem Tisch liegen, schlagen will. Buffett ist zwar nicht bekannt dafür, dass er bei seinen Investitionen hinter schnellen Gewinnen her ist. Aber es ist unwahrscheinlich, dass Bud in absehbarer Zukunft aus eigener Kraft den Preis erreichen kann, den InBev bietet. Auch eine Nebenabsprache über die Übernahme der Hälfte der mexikanischen Modelo würde Bud nicht zum Ziel bringen - sie könnte in gewisser Hinsicht eher wie eine Giftpille bei einer jeglichen Übernahme wirken.

Während Buffet allen Grund hat, Busch zum Reden zu animieren, sollte InBev nicht davon ausgehen, dass Buffett sich für sie die Finger schmutzig macht. Er braucht das Geld aus dem Verkauf seines Bud-Anteils ganz sicher nicht, da Berkshire Hathaway ohnehin schon über einen Berg an Liquidität über 35 Mrd. Dollar verfügt. Und sich ganz von der Brauerei zu verabschieden, könnte zu einem Kapitalgewinn führen, auf den er Steuern zahlen müsste.

Aber die Belgier könnten vielleicht mit einer enthusiastischeren Reaktion rechnen, wenn sie ihrem Deal eine Aktienkomponente beimischen würden. Ein kleine Kombinationsoption käme wohl nicht für alle in Frage, aber sie würde es den Willigen ermöglichen, einen Teil ihrer Bestände bei der neuen InBev-Bud fortzuschreiben. Das könnte besonders Buffett gefallen, der dann seine Liebe zu Verbrauchsgütermarkengiganten mit seinem Ziel, Ertragsquellen außerhalb der USA zu streuen, verbinden könnte.

InBev könnte vor einer derart komplexen Struktur zurückscheuen. Wenn dem so wäre, dann könnte Buffett schlechter abschneiden, als nur seinen Anteil an dem Geld auf dem Tisch - rund 2,3 Mrd. Dollar - zu nehmen und es in eine Portion InBev-Aktien zu reinvestieren. In den drei Jahren, in denen er auf den unbeweglichen Bud-Aktien saß, haben die Investoren der belgischen Gruppe ihr Geld verdoppelt.

Quelle: breakingviews.com

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