Indonesien
Der gute Partner

Indonesien wird von der Wirtschaftsflaute nur mäßig beeinträchtigt. Das Wachstum des Landes lag 2008 bei sechs Prozent und soll 2009 rund 3,5 Prozent erreichen. Die in diesem Jahr anstehenden Wahlen werden wahrscheinlich auf eine Fortsetzung des derzeitigen politischen Kurses hinauslaufen. Wirtschaftlich und politisch gesehen, ist Indonesien ein "guter Partner".

Der freundliche Empfang, den Indonesien der US-Außenministerin Hillary Clinton bereitet hat, ist ein weiteres positives Signal, das das Land aussendet. Da das indonesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2009 um 3,5 Prozent wachsen dürfte, wird das Land zudem von der Wirtschaftsflaute auch nur mäßig beeinträchtigt. Die in diesem Jahr anstehenden Wahlen werden wahrscheinlich auf eine Fortsetzung des derzeitigen politischen Kurses hinauslaufen. Vom Islam geprägt, verarmt und mit einer Einwohnerzahl von 238 Millionen Menschen präsentiert sich Indonesien überraschend stabil und erfolgreich. Das Land ist - wie sein Außenminister erklärte - "ein guter Partner" in der muslimischen Welt.

Indonesien kann seinen Ölbedarf nahezu selbst decken, exportiert den Rohstoff aber nicht mehr länger. Auf diese Weise konnte sich das Land größtenteils dem Auf und Ab der Ölpreise entziehen. Seit der Krise des Landes im Jahr 1998 ist seine Abhängigkeit von ausländischen Direktinvestitionen gering, sie erreichten 2007 mit nur zwei Prozent des BIP ihre Spitze. Daher ist das Land vom Versiegen der globalen Investitionsflüsse auch nur in geringem Maße betroffen.

Da Indonesien pro Kopf aber nur ein BIP von 3 900 Dollar vorweisen kann, könnte dennoch eine Menge schief gehen. Die Tatsache, dass bisher aber nichts schief gegangen ist, und Indonesien auf dem besten Weg zu sein scheint, fünf Jahren des Wachstums von etwa sechs Prozent und einer moderaten Inflation ein weiteres Jahr mit einem Zuwachs um 3,5 Prozent folgen zu lassen, während die Welt in die schlimmste Rezession seit den Dreißiger Jahren eingetaucht ist, ist das Verdienst der politischen und wirtschaftlichen Steuerung durch Staats- und Regierungschef Susilo Bambang Yudhoyono und seinen langjährigen Finanzminister Sri Mulyani Indrawati.

Sri Mulyani hat, dem derzeit beliebten globalen Trend entsprechend, ein Konjunkturpaket vorgeschlagen, das aber nur 1,4 Prozent des BIP umfassen soll und sich daher nicht sonderlich störend auf das Etatgleichgewicht des Landes auswirken sollte. Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr bieten den Indonesiern die Chance, die Kompetenz der Regierung zu würdigen; Umfragen legen nahe, dass sie dies auch zu tun beabsichtigen.

Wie der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda zu Hillary Clinton sagte, kann Indonesien als großes und moderat islamisch ausgerichtetes Land den USA entscheidend dabei helfen, der islamischen Welt die Hand zu reichen. Als großes und moderat kapitalistisch orientiertes Land, das sich auch ohne beträchtliche Hilfe durch Auslandsinvestitionen, politische Ratschläge von außen oder den Export von Rohstoffen gut geschlagen hat, liefert Indonesien auch in der Wirtschaftspolitik ein nachahmenswertes Beispiel für seine islamischen Nachbarn und andere.

"Glücklich ist das Land, das keine Geschichte hat", sagte einst Montesquieu. Doch noch glücklicher ist das Land, von dem, abgesehen von Hilary Clintons Besuch, keine weiteren welterschütternden Nachrichten zu melden sind.

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