Inflation USA
Preisalarm!

Die Höchstpreise bei Rohöl und Rohstoffen gefährden die US-Wirtschaft. Ihre offenkundigen Kosten scheinen sich durch eine lockere Geldpolitik wieder wettmachen zu lassen. Aber sie machen die Planung unmöglich und verstärken dadurch die Bedrohung für Unternehmen wie GM. Selbst wenn man den inflationären Einfluss ignoriert, sorgen die Preisspitzen bei Rohstoffen dafür, dass Bernankes niedrige Zinsen kontraproduktiv wirken.

Die bei Rohöl und Rohstoffen erreichten Preisspitzen gefährden die US-Wirtschaft. Ihre offenkundigen Kosten mögen sich scheinbar durch eine lockere Geldpolitik wieder eintreiben lassen. Allerdings machen sie die Planung unmöglich und erhöhen dadurch das Risiko für Unternehmen wie General Motors. Selbst wenn man den inflationären Einfluss ignoriert, sorgen die Höchstpreise bei Rohstoffen dafür, dass die niedrigen US-Zinsen von Ben Bernanke, dem Chairman der US-Notenbank Federal Reserve, kontraproduktiv wirken.

Die USA importieren momentan rund 300 Mill. Barrel Rohöl im Monat. Da der Rohölpreis seit September um 63 Dollar pro Barrel gestiegen ist, muss die US-Wirtschaft also jeden Monat zusätzlich 18,9 Mrd. Dollar allein an Ölimportkosten verkraften. Die Preiserhöhungen bei Erdgas, landwirtschaftlichen Rohstoffen und Metallen treiben die Gesamtkosten der jüngsten Spitzenwerte bei Rohstoffen noch sehr viel weiter in die Höhe.

Bernankes Zinssenkungen wiegen diese Kosten nicht auf. Die gesamten ausstehenden Verbindlichkeiten der USA beliefen sich im März auf 31,8 Bill. Dollar. Seit September hat die Fed den Tagesgeldsatz um 3,25 Prozentpunkte gesenkt, aber die Renditen der zehnjährigen Treasuries sind nur um etwa einen halben Punkt gefallen. Darüber hinaus haben sich die Spreads erstklassig bewerteter Anleihen um rund 0,8 Punkte ausgeweitet. Nehmen wir einmal großzügiger Weise an, die Gesamtkosten für die US-Schulden haben sich um einen vollen Prozentpunkt reduziert. Auf dieser Basis sparen die Schuldner zwar 26,5 Mrd. Dollar pro Monat an Zinsen - aber diese Zahl wird durch Ertragsrückgänge bei US-Finanzinstituten, Anleihe-Inhabern und anderen Gläubigern aufgewogen.

An dieser Gleichung kann auch nicht recht herummanipuliert werden, damit etwas Besseres als ein ausgeglichenes Ergebnis dabei herauskommt - und wahrscheinlich tendiert sie ohnehin heftig ins Minus. Die zusätzlichen langfristigen Kosten der Spitzenausschläge bei den Preisen könnten allerdings gewaltig ausfallen. Der kräftige Anstieg der Rohstoffpreise hat die Investitionspläne der Unternehmen zum Entgleisen gebracht und das Gleichgewicht des amerikanischen Wirtschaftssystems gestört, das von den Unternehmern und Verbrauchern optimal auf ein Rohstoffpreisniveau, das den Höchstpreisen voranging, ausgerichtet worden war.

Die Auswirkungen auf die Fluggesellschaften, zum Beispiel, liegen auf der Hand. GM ist ein weiteres Opfer. Die frühere Strategie des Autobauers, einen großen Teil seines Gewinns mit großen, Benzin fressenden Geländewagen und Lastern zu machen, ist vollständig durchkreuzt worden. Die Produktmischung von GM macht die Autofirma besonders anfällig für einen Ausschlag der Ölpreise. Eine Rezession dagegen könnte alle Autoproduzenten mehr oder weniger im gleichen Ausmaß treffen.

Durch eine Anhebung der Zinsen würde eine Rezession vielleicht geradezu heraufbeschworen. Aber sie würde auch dazu beitragen, die Luft aus der Rohstoffblase abzulassen. Da sich die Ausschläge bei den Energie- und Nahrungsmittelpreisen derart schädigend auf die Wirtschaft auswirken, sollte Bernanke eigentlich die zusätzliche Motivation, die Inflation im Allgemeinen zu bekämpfen, gar nicht brauchen, damit er sich dazu überreden lässt, mit den Zinserhöhungen zu beginnen.

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