Innovation
BSkyB scheint rezessionsfest zu sein

Der britische Bezahlfernseh-Betreiber bietet allen Skeptikern und einer außergewöhnlich schwachen Wirtschaft hartnäckig die Stirn. Die Gewinnschwelle im Breitband-Geschäft ist in Sichtweite und das hochauflösende HD-TV sollte die Abonnentenzahl bis zum Jahr 2010 auf zehn Millionen steigern. Innovation ist der Schlüssel zum Erfolg.
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BSkyB scheint rezessionsfest zu sein. Der Bezahlfernseh-Betreiber widersetzt sich hartnäckig allen Skeptikern und einer außergewöhnlich schwachen Wirtschaft. Das Unternehmen behauptet, dass die Briten es in Zeiten begrenzter Budgets attraktiver finden, die Kosten für Sky zu bezahlen, als für ebenso viel Geld eine durchschnittliche Familie ins Kino auszuführen. Genauso ist es. Sky gewinnt und bindet Kunden in einem Umfang, wie er seit fast fünf Jahren nicht mehr erreicht wurde.

Während die Konkurrenten ihre Zielvorgaben aus dem Fenster werfen, steht Sky kurz davor, bei einigen der riskantesten Wetten des Unternehmens kritische Meilensteine zu erreichen.

So ist im Breitband-Geschäft die Gewinnschwelle in Sicht. Sky stieg in den wettbewerbsintensiven Internetmarkt vor drei Jahren mit einem großen Knall ein, indem man Kunden einen Internet-Breitbandzugang umsonst anbot, was für das Unternehmen mit beachtlichen Kosten verbunden war. Damals glaubten nur wenige der Sky-Schätzung, dass man bis zum Jahr 2010 die Gewinnschwelle erreicht. Dies wurde nicht einmal annähernd für möglich gehalten. Doch der operative Verlust der Sparte im Quartal per Ende Juni lag bei 22 Millionen britischen Pfund, das ist der bislang niedrigste Wert. Der Betreiber rechnet nun innerhalb von zwei Jahren mit Gewinnen.

Dann gibt es noch das hochauflösende High-Definition-Fernsehen HD. Sein Reiz sollte die Sky-Abonnentenzahl im Verlauf des Jahres 2010 bis auf zehn Millionen erhöhen. Auch dies ist ein Ziel, dass nur wenige ernst nahmen, als der heutige Sky-Verwaltungsratschef James Murdoch es vor zwei Jahren verkündete. Heute hat Sky schon 9,43 Millionen Kunden.

Ein in diesem Jahr eingeführter, 70prozentiger Preisabschlag bei den HD-Empfangsgeräten brachte neuen Schwung in den Absatz, vor allem bei den Premium-Paketen Sky+ und Sky+HD. Seit der Preissenkung entschieden sich 90 Prozent der 432.000 neuen Sky-Kunden für eines dieser Pakete.

Inhalte mögen das Wichtigste sein, der Schlüssel zum Sky-Erfolg ist aber Innovation. Das Unternehmen baut aggressiv Premium-Programme aus, erzielt aber seinen Vorsprung dadurch, dass auf neuen Wegen Breitband-, Telefon- und Fernsehprodukte miteinander verbunden werden. Im nächsten Jahr soll das HD-Angebot mit Breitbank verknüpft werden, was den kostenpflichtigen Einzelabruf von Videos unterstützt.

Der unermüdliche Innovationsgeist hilft zu verstehen, warum nur wenige Anleger sich große Sorgen über eine ungünstige Regulierung machen. Die britische Medienaufsicht will die dominante Position von Sky schwächen, indem man das Unternehmen zwingt, seine Sport- und Filmkanäle den Wettbewerbern zu regulierten Preisen en gros zu verkaufen. Sky argumentiert, dass man nicht zur Unterstützung weniger effizienter Rivalen gezwungen werden sollte, und kündigt rechtliche Schritte gegen die Regulierungsmaßnahmen an. Doch selbst wenn dieser Kampf verloren werden sollte, dürfte die Bereitschaft des Unternehmens zu hohen Wetten es aus der Masse herausheben.

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