Inside IBM: Wie ein Tanker auf hoher See

Inside IBM
Wie ein Tanker auf hoher See

Einmal in Fahrt, ist der IT-Gigant kaum zu stoppen. Zum Glück stimmt die Richtung, und das schon seit vielen Jahren.
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Fast 100 Mrd. Dollar Umsatz im vergangenen Jahr, mehr als 13 Mrd. Dollar Gewinn, 400 000 Mitarbeiter: Der IT-Konzern IBM wird gerne mit einem Öltanker verglichen – und das angesichts seiner Dimensionen völlig zu Recht. Denn fährt solch ein Koloss erst einmal los, so ist er kaum noch aufzuhalten. Das gilt auch für die Traditionsfirma von der amerikanischen Ostküste.

Da ist es doppelt wichtig, dass der Kapitän auf der Brücke frühzeitig den richtigen Kurs vorgibt. Vorstandschef Samuel Palmisano ist das in den vergangenen Jahren vorbildlich gelungen. Früher als die Lenker vieler Rivalen hat er sich auf einen aussichtsreichen Weg festgelegt.

Der Manager baut die Bereiche Software und IT-Dienstleistungen konsequent aus, denn hier sind schon heute – und noch mehr in den nächsten Jahren – das stärkste Wachstum und die höchsten Margen zu erwarten. Halbleiter und leistungsstarke Netzwerkrechner, die sogenannten Server, runden das Portfolio ab.

So hat es auch niemanden überrascht, als Palmisano am Montag die Übernahme von Netezza ankündigte, einem auf die Datenanalyse spezialisierten Softwarehersteller. 1,7 Mrd. Dollar gibt IBM für die US-Firma aus, um seine schon heute hochprofitable Software-Sparte zu verstärken.

20 Mrd. Dollar hat Palmisano in den vergangenen Jahren für Akquisitionen bereitgestellt, noch einmal so viel will er bis 2015 in die Hand nehmen. Als Gegenleistung verspricht er seinen Aktionären stetig steigende Gewinne.

Dass die Richtung stimmt, hat IBM in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen. Manchem Investor ist es offenbar schon fast zu langweilig, denn IBM hat selbst die Finanzkrise fast ohne Blessuren überstanden. So hat Palmisano die Prognose zuletzt mehrfach angehoben, den Kurs hat das aber kaum beflügelt. Die Aktie notiert heute auf dem Niveau vom Jahresanfang.

IBM war zuletzt so erfolgreich, dass es immer schwerer wird, die Investoren positiv zu überraschen. Das sollte aber den Blick auf die Chancen nicht verdecken.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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