Inside K+S
Bescheidenheit ist keine Zier

Da hatten die Märkte gestern aber mehr vom Kasseler Kali- und Salzkonzern K+S erwartet. Die Geschäfte laufen gut, aber der Vorstand bleibt allzu vorsichtig mit der Prognose.
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Da hatten die Märkte gestern aber mehr vom Kasseler Kali- und Salzkonzern K+S erwartet. Gute Ergebnisse im dritten Quartal und dann nur die Aussicht auf eine magere Steigerung des Kaliabsatzes im nächsten Jahr: kein Wunder, dass die Aktie des Dax-Unternehmens gestern deutlich nachgab.

Nun legt K+S seine Prognosen traditionell immer konservativ an. Bescheidenheit ist aber nicht unbedingt eine Zier, folgt man den gestrigen Kommentaren der Analysten. Denn warum sollte K+S nicht in etwa mit den Märkten wachsen können? Schließlich spricht das Unternehmen selbst davon, dass sich die Nachfrage nach Kalidüngern nachhaltig erholt habe. Und geht davon aus, bei anhaltend attraktiven Agrarpreisen eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses zu erreichen.

Die Antwort gab Unternehmenschef Norbert Steiner am Nachmittag in der Telefonkonferenz: Er will die Gesamtkapazität der Kaliproduktion von 7,8 auf 7,5 Mio. Tonnen etwas zurückfahren, indem man auf weniger margenträchtige Produkte verzichtet.

Das ist für K+S-Aktionäre doch eine gute Nachricht. Und so rückt wieder die geplante deutliche Steigerung des Ergebnisses in den Fokus. Denn das Unternehmen steht operativ gut da: K+S profitierte zuletzt nicht nur von der anziehenden Düngemittelnachfrage, sondern auch von frühen Bestellungen von Auftausalz für den kommenden Winter. Die Konsolidierung des Salzherstellern Morton Salt trieb Umsatz und Ergebnis ebenfalls hoch. Insgesamt steigerte K+S den Umsatz im dritten Quartal um 52 Prozent auf knapp 1,1 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis fiel mit 108,5 Mio. Euro elfmal höher aus als der - allerdings niedrige - Vorjahreswert.

Das Geschäft, das dank des Zukaufs von Morton Salt nahezu gleichgewichtig auf den beiden Säulen Kali- und Magnesiumdünger sowie Salz ruht, wird zwar weiter stark vom Wetter und von saisonalen Effekten beeinflusst. Deshalb ist verständlich, dass der Konzern vorsichtige Prognosen abgibt. Die Risiken bei K+S sind mittlerweile aber viel besser verteilt.

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