Inside Kuper
Kein Ende der Preisspirale in Sicht

Investoren horten große Bestände, aber die reale Nachfrage treibt den Markt. Daher dürfte die Entwicklung noch eine Weile so weitergehen.
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Kupfer ist richtig teuer geworden. Um über 40 Prozent ist der Preis für das Metall seit Jahresanfang gestiegen, und ein Ende der Aufwärtsbewegung ist nicht in Sicht. Dabei kostet Kupfer mit knapp 9 100 Dollar pro Tonne schon mehr als je zuvor, selbst die Stände vor Ausbruch der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 wurden überwunden.

Einige Beobachter an der Londoner Metallbörse LME, an der sich der weltweite Kupferpreis orientiert, sehen Spekulanten als Ursache für das Rekordniveau. Indizien gibt es für diese Befürchtung reichlich. So ist rund die Hälfte der an der LME eingelagerten Kupferbestände in der Hand der Investmentbank J.P. Morgan und damit unter den Fittichen von Blythe Masters. Die Bankerin leitet dort den Rohstoffhandel, und sie gilt als sehr aggressiv.

Für den massiven Preisanstieg ist Masters aber nicht verantwortlich. Kupfer ist teuer, weil die weltweite Nachfrage so hoch ist. Größter Abnehmer ist China, dorthin geht rund die Hälfte der globalen Produktion von 19 Millionen Tonnen. Das Material wird in Infrastrukturprojekten und von der Energieindustrie verbaut. Rund 70 Prozent des weltweit geschmolzenen Kupfers nehmen die Branchen Energie und Bau ab.

Eine Entspannung bei den Preisen ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Goldman Sachs, Morgan Stanley und Experten anderer Häuser erwarten eine weitere Verteuerung. Denn die Produktion hinkt hinter der Nachfrage her.

Laut dem Internationalen Kupferinstitut (ICSG) wird heute schon zu wenig des goldgelben Metalls hergestellt. Im kommenden Jahr wird sich die Lücke noch vergrößern. Barcleys Capital erwartet eine um 4,2 Prozent höhere Nachfrage. Der Ausstoß wird aber nur um 2,6 Prozent steigen.

Da neue Kupfervorkommen nur schwer zu finden sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Schwelle von 10 000 Dollar pro Tonne durchbrochen wird.

Hersteller wie Aurubis betrachten die Entwicklung aber mit Sorge. Denn Kupfer kann, etwa im Bau, durch andere Werkstoffe ersetzt werden.

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