Inside Mahle: Kolbenspezialist schöpft neue Kraft

Inside Mahle
Kolbenspezialist schöpft neue Kraft

Einmal auftanken, aber bitte randvoll - könnte man über das erste Halbjahr des Motorenspezialisten Mahle sagen. Mahle schluckt nicht nur den Nachbarn Behr.
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Der Autozulieferer hat nach der Krise für diese Übernahme mit einem Umsatzplus von 38 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro neue Kraft getankt. Dank des Sparkurses habe der Kolbenspezialist im ersten Halbjahr 2010 wieder einen Gewinn im zweistelligen Millionenbereich eingefahren, betont Mahle-Chef Heinz Junker.

Junker kennt aber die Schweinezyklen in der Branche genau. In der Autokrise hatten die Autohersteller von einem auf den anderen Tag ihre Bestellungen eingestellt und ihre Läger leergefahren, um weniger Kapital zu binden. Der Turbo für den rasanten Anstieg im ersten Halbjahr ist die Tatsache, dass die Autokonzerne ihre Pipeline wieder aufgefüllt haben. Weil dieser Schub nicht endlos anhält, rechnet Junker mit einer Abschwächung der Dynamik bis zum Jahresende und bleibt vorsichtig. Für das Gesamtjahr erwartet er insgesamt eine positive Entwicklung des Ergebnisses, nachdem der Konzern mit einem Minus von 379 Mio. Euro im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht war.

Die Stärkung werden die Stuttgarter für den anstehenden schrittweisen Einstieg beim klammen Kühlerspezialisten Behr dringend brauchen. Denn Junkers Ziel ist es, den Kraftakt, der in den ersten beiden Schritten bis zu 200 Mio. Euro kosten wird, ohne Schuldenaufnahme aus dem Cash-Flow zu stemmen. So soll die Eigenkapitalquote nicht unter den Wert im Krisenjahr 2009 von 33 Prozent rutschen.

Um den Deal schonend zu verkraften, geschieht der Einstieg scheibchenweise. Am 1. Oktober wird Mahle 19,9 Prozent an Behr übernehmen, am 1. Januar 2011 soll dann der Anteil auf 36,85 Prozent erhöht werden. Vom Jahr 2013 an hat Mahle die Möglichkeit, die Mehrheit zu übernehmen. Die in die Länge gestreckte Übernahme geht aber nur auf, wenn Behr wesentlich profitabler wird. Deshalb gibt Mahle schon jetzt den Ton an. Fünf Prozent Rendite soll Behr bis 2013 erreichen. Das wird bei dem chronisch ertragsschwachen Unternehmen nicht ohne Grausamkeiten funktionieren.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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