Inside Puma
Die Raubkatze sucht einen neuen Weg

Was für ein Sprung: Mehr als fünf Prozent ist der Aktienkurs des Sportkonzerns Puma gestern zeitweise in die Höhe geschossen. Die Papiere der Raubtier-Marke gehörten zu den größten Gewinnern auf dem Parkett.
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An einem Tag geht es steil bergauf, doch der Absturz folgt meist ebenso schnell. Wer hier einsteigt, braucht gute Nerven.

Der Grund für die heftigen Schwankungen: Immer wieder kommen Gerüchte auf, Großaktionär PPR könnte die restlichen Puma-Aktien kaufen. Den Franzosen gehören schon gut 70 Prozent. Bislang hat PPR-Chef François-Henri Pinault dementiert, dass er aufstocken möchte. Doch gilt das auch, wenn sich seine Kasse bald mit mehr als einer Milliarde Euro aus dem Verkauf der Möbelsparte Conforama füllt? Gut dreieinhalb Milliarden Euro ist Puma an der Börse wert, rund eine Milliarde müsste PPR also mindestens für die Anteile hinlegen.

Die Investoren sind seit Monaten unruhig. Und das nicht nur, weil Pinaults Vorgehen unklar ist. Offen ist auch, wie es mit Puma weitergeht. Fest steht nur, dass Vorstandschef Jochen Zeitz seinen Posten in den nächsten Monaten aufgibt, um die neue Sportsparte von PPR zu führen. Deren Kern soll Puma bilden. Durch Zukäufe will der Luxusgüterkonzern ein weiteres Standbein aufbauen.

Wann genau geht Zeitz, und wer wird ihm folgen? Dazu schweigen alle Beteiligten. Klar ist hingegen, dass Puma seinen Umsatz in den nächsten vier Jahren von 2,5 Milliarden auf vier Milliarden Euro steigern soll. Das hat Zeitz seinem noch unbekannten Nachfolger schon mit auf den Weg gegeben. Dass keine neuen Sportarten ins Visier genommen werden, hat der Manager auch klargestellt.

Diese Gemengelage macht die Puma-Aktie für zwei Arten von Investoren interessant: einerseits Spekulanten, die auf Kursschwankungen oder ein üppiges Übernahmeangebot von PPR setzen. Andererseits wirklich langfristig orientierte Anleger, die an die neue Strategie glauben und sich durch Kursschwankungen nicht beirren lassen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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