Inside Sharp: Mit dem Winter kommen die Sorgen

Inside Sharp
Mit dem Winter kommen die Sorgen

Der Zukauf im Solar-Business ist clever. Doch ohne das TV-Geschäft geht es nicht, und die Prognosen für Weihnachten sind flau.
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Einen Platz an der Sonne bekommt man nicht geschenkt, man muss ihn sich verdienen. Oder man kauft ihn sich. Mit der Übernahme des US-Unternehmens Recurrent Energy hat Sharp, Japans größter Handy-Hersteller, Solarzellen-Spezialist und TV-Geräte-Produzent, einen weiteren Schritt getan, um auf dem Energiemarkt der Zukunft mithalten zu können. Recurrent bietet komplette Solarenergie-Systeme an, Sharp ist stark im Bereich Photovoltaik. Die Kombination könnte den Japanern tatsächlich wie erhofft helfen, größere Deals an Land zu ziehen.

Zwar ist Sharp hinter First Solar und Suntech Power bereits die Nummer drei im Geschäft. Doch Beobachter sagen voraus, dass auf Dauer nur einige wenige Anbieter überleben werden. Wer jetzt nicht geschickt sein Portfolio erweitert, wird am Ende große Summen in den Sand gesetzt haben. Mit dem Kauf von Recurrent für 26 Mrd. Yen (231 Mio. Euro) hat Sharp insofern das Richtige getan – auch angesichts der Kassenlage. Sharp konnte für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr erstmals wieder einen Betriebsgewinn von 51,9 Mrd. Yen (rund 414 Mio. Euro) ausweisen nach einem Verlust von 55,48 Mrd. Yen im Vorjahr. Das ließ Spielraum für strategische Zukäufe.

Dass Experten trotzdem mit Zurückhaltung reagieren, liegt wohl weniger am Solar-Geschäft als vielmehr daran, dass Sharp bisher vor allem von der kostengünstigen Produktion von TV-Bildschirmen in seinem neuen LCD-Vorzeigewerk in Japan profitierte. Gerade in diesem Werk musste Sharp jedoch vor kurzem vorübergehend seine Produktion zurückfahren. Das Geschäft mit 3D-Fernsehern läuft nicht gut – für alle japanischen Hersteller. Der Konkurrent aus Südkorea, Samsung Electronics, betreibt eine Preispolitik, bei der die Nachbarn nicht mithalten können.

Analysten schielen deshalb schon pessimistisch gen Weihnachten. Für 2011 hatte Sharp angekündigt, 15 Mio. LCD-Fernseher verkaufen zu wollen, immerhin 47 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sollte die Weltwirtschaft im Winter nicht wieder auf stabileren Beinen stehen, hat Sharp wohl ein Problem. Sonnenschein hin oder her.

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