Inside Teliasonera
Die Schweden machen Mut

Der nordische Telekom-Marktführer profitiert von iPhone & Co. – und hebt die Prognose an. Ein gutes Zeichen für die gesamte Branche.
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Der schwedische Telekom-Anbieter Teliasonera dürfte mit seinen jüngsten Zahlen Hoffnung in der ganze Branche schüren: Die Schweden – oft Vorreiter in der Telekommunikation – profitieren massiv von der steigenden Nutzung mobiler Daten. Sieben von zehn Schweden nutzen heute bereits Smartphones, eine Mischung aus Mini-PC und Handy.

Das erfreut Netzbetreiber wie Teliasonera, weil Handy-Fans für ihr neues Gerät üppige Flatrates für die Datennutzung buchen. Der Mobilfunkumsatz der Schweden schnellte im dritten Quartal bereinigt um neun Prozent in die Höhe.

Zwar gibt es den Star unter den Smartphones, das iPhone, schon länger. Inzwischen können es aber auch Modelle anderer Hersteller damit aufnehmen – und verleiten immer mehr Kunden dazu, mit dem Handy nicht mehr nur zu telefonieren, sondern auch im Internet zu surfen oder sich navigieren zu lassen.

Solche Nachrichten vernehmen die gebeutelten Netzbetreiber in den anderen gesättigten Märkten Europas gern. Sie müssen derzeit zwar Milliarden investieren, um ihre Netze für den steigenden Datenbedarf aufzurüsten, bisher standen diesen Kosten aber keine höheren Umsätze gegenüber.

Teliasonera zeigt nun zumindest auf dem Heimatmarkt, dass die ganz dürren Zeiten bald vorbei sein könnten. Die Schweden hoben die Erwartungen für das Gesamtjahr an, die Aktie legte um fast drei Prozent zu. Und das, obwohl der Umsatz in den meisten übrigen Märkten Europas weiter sank.

Doch Teliasonera besitzt ein zweites Standbein: Beteiligungen in Zentralasien wie Kasachstan, Aserbaidschan oder auch in Nepal. Viele dieser Schwellenländer haben sich in der Krise sehr resistent gezeigt und liefern den Telekomkonzernen Quartal für Quartal Millionen neuer Kunden. 16 Prozent des Umsatzes und 23 Prozent des operativen Gewinns (Ebitda) erzielt Teliasonera dort. Der Umsatz pro Kunde ist in Emerging Markets in der Regel zwar sehr niedrig. Die schiere Masse an neuen Kunden sorgt dort aber für eine Ebitda–Marge von 53 Prozent.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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