Intel vs. AMD
Microchip-Paranoia

Der ruinöse Kampf zwischen Intel und AMD zeigt keine Zeichen der Beruhigung. Und er überdeckt, dass AMD und Intel vor grundsätzlichen technologischen Schwierigkeiten stehen.

Der ruinöse Kampf zwischen Intel und AMD zeigt keine Zeichen der Beruhigung. Eine Klage jagt die nächste zwischen den beiden Chip-Herstellern. Überkapazitäten führen zu einem Preisverfall bei Prozessoren. Vor allem AMD braucht Umsatz, um seinen Cash-Flow zu maximieren. Dieser paranoide Zweikampf ändert allerdings nichts daran, dass AMD und Intel vor grundsätzlichen technologischen Schwierigkeiten stehen.

Die Rechen-Geschwindigkeiten von Prozessoren erreichten schon vor Jahren eine Grenze, da die Chips zu viel Hitze erzeugten. Wenn es die Probleme mit der Hitze nicht gegeben hätte, dann wären Mikrochips heute 20-mal schneller als sie es tatsächlich sind. Ingenieure versuchen dieses Problem zu beheben, indem sie multiple Prozessoren auf jedem Chip anbringen. Aber für die Programmierer ist es schwierig, Software zu entwickeln, die mehrere Dinge gleichzeitig tut. Bis jetzt haben sie noch keine "Must have"-Programme entwickelt, die die Konsumenten dazu bewegen, neue Chips zu kaufen.

Während sich die Anwender um diese Probleme nicht kümmern, hat es auf den Chip-Verkauf große Auswirkungen. Es gibt immer weniger Gründe für Computer-Anwender, ihre Hardware zu ersetzen, und noch weniger Gründe für Hardware-Hersteller, die neuesten Chips zu kaufen. Addiert man die Einkünfte aus dem Mikroprozessoren-Geschäft von Intel und AMD, schrumpfen diese stetig seit 2003.

Das heißt nicht, dass diese Branche tot ist. Es besteht nur die Gefahr, dass Mikrochips zur billigen Massenware werden. Große Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben sind dann zwar kein Markteintrittshindernis mehr. Anderseits wird aber in der Produktion ein gnadenloser Preiskampf herrschen. Wer das besser kann, wird auch an den Finanzmärkten besser bewertet: Intel bekommt eine viermal bessere Bewertung als der geschätzte Umsatz 2008, während der Memory-Chip Hersteller Micron einmal höher bewertet wird.

Neue technische Entwicklungen und bessere Software könnten den Sektor beleben. Aber wenn Mikroprozessoren tatsächlich zur Massenware werden, dann könnte dies auch mit den Aktien von Intel und AMD passieren.

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