Investment Banking
Shanghai, Mumbai, Dubai – oder Bye-Bye!

Die Banken aus dem Westen waren an den Golf geeilt, um beim Petrodollar-Boom mit abzukassieren. Aber die Mega-Gebühren sind nicht ganz so üppig geflossen wie erhofft. Während die Kreditinstitute andernorts unter Druck geraten sind, sitzen überdimensionierte Mannschaften in Büros, die zu den teuersten der Welt zählen. Doch auch auf sie kommen Stellenkürzungen zu.

Dubai ist nicht mehr länger ein sicherer Hafen für die Investmentbanker. Als im vergangenen Jahr in London und New York die ersten Köpfe rollten, machte ein Witz die Runde: "Shanghai, Mumbai, Dubai oder Bye-Bye". Darüber lacht jetzt niemand mehr. Nun sitzen überdimensionierte Investment Banking-Abteilungen in Büros, die zu den teuersten der Welt zählen, und machen sich auf Entlassungen gefasst.

In den vergangenen Jahren waren Banken aus dem Westen an den Golf geeilt, um beim Petrodollar-Boom mit abzukassieren. Das steuerfreie Dubai mit seiner entspannten Haltung gegenüber islamischen Normen wurde zum natürlichen Ankerplatz für Kreditinstitute, die sich in der Region niederlassen wollten. Sie haben sich rasch ausgebreitet. Für Morgan Stanley und Citigroup, zwei der größten Teams, sollen allein in Dubai jeweils rund 50 Investmentbanker arbeiten.

Doch die Mega-Gebühren sind nicht so üppig geflossen wie erhofft. Beraterrollen zu finden, war von vornherein schwierig in einer Region, die von Familienunternehmen und nicht sonderlich ausgeprägten öffentlichen Märkten beherrscht wird. Aber die Banker haben auch sehr schnell erkannt, dass der profane Handel mit Aktien und das Asset Management die eigentlichen Verkaufsschlager waren, wenn es darauf ankam, einigen der reichsten Regierungen der Welt Bares zu entlocken.

Die Lage wurde dadurch verschlimmert, dass einfach zu viele Banker vor Ort sind. In ihrer Verzweiflung, die wenigen Deals, die vorhanden sind, an sich zu reißen, haben die Banken aggressiv für Mandate geboten. Insider berichten, dass es nun üblich ist, Erstemissionen zum Selbstkostenpreis zu begleiten und Deals kostenlos auszuhandeln. Man hoffe, dass sich diese Taktik auszahlt, indem sie für andere Bankabteilungen gewinnbringende Geschäfte abwirft. Doch das lässt sich nur schwer bemessen.

Unter den heutigen, härteren Bedingungen ist Platz für ein paar Schwergewichte, deren Abteilungen sich untereinander austauschen können. Morgan Stanley ist schon da. UBS hat jüngst Per Larsson einfliegen lassen, damit er die Geschäfte im Mittleren Osten führt. Citigroup hat Alberto Verme umgesiedelt, den Co-Leiter für das Investment Banking der Bank in der Region. Banken mit kleinen Teams - wie JPMorgan - können sich dagegen in der Tugend der Mäßigung üben.

Frisch arbeitslos gewordenen Bankern aus der zweiten Reihe, die hoffen, an den Golf umziehen zu können, bleibt nur wenig Anlass zum Optimismus. Die teuren Büros des Dubai International Financial Centre sind bereits bis oben hin gefüllt mit nervösen und verwundbaren Kollegen. Für sie gilt vielleicht demnächst schon der neue Spruch: "Dubai Bye-bye".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%