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Island groß geschrieben?: Britisches Pfund: Ein Hauch von Island

George Osborne, der finanzpolitische Sprecher der Opposition, könnte unklug gewesen sein, als er vom Risiko einer Flucht aus dem britischen Pfund sprach. Er hat dabei aber auf ein ernstes Problem hingewiesen. Die Regierung muss handeln, um das Risiko zu verringern, sagen Hugo Dixon und Edward Hadas.

Es war unklug von George Osborne, zu sagen, dass Großbritannien möglicherweise ein Kollaps des Pfund Sterling droht, wenn Gordon Brown nicht vorsichtig mit seiner Kreditaufnahme ist. Hochrangige Politiker, auch jene aus der Opposition, sollten nicht eine Flucht aus der eigenen Währung voraussagen, denn dies kann seinerseits Panik provozieren. Der finanzpolitische Sprecher der Opposition hat aber seinen Finger in eine ernste Wunde gelegt.

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Einfach gesagt: Es schwebt ein Hauch von Island über Großbritannien. Der winzige Inselstaat ging in die Knie, als das Ausland das Vertrauen in die Fähigkeit der Regierung verlor, ein Bankensystem mit massiven Fremdwährungsverbindlichkeiten zu retten, während gleichzeitig das Land ein riesiges Handelsbilanzdefizit aufwies. Nachdem das Ausland die Finanzierung der isländischen Banken ablehnte, brachen diese zusammen, und die Landeswährung stürzte ab wie eine Bleikugel.

Die Exzesse Großbritanniens sind zwar weit weniger extrem, aber zu groß, um sich beruhigt zurückzulehnen. Die Fremdwährungsverbindlichkeiten britischer Banken summierten sich Ende Juni auf fast das Dreifache des Bruttoinlandsproduktes, in Island war es das Siebenfache. Sicherlich verfügten britische Banken auch über umfangreiche Fremdwährungsvermögenswerte, dennoch gab es ein Ungleichgewicht. Die Verbindlichkeiten überstiegen die Summe der Vermögenswerte um 381 Milliarden US-Dollar. Die Kehrseite dieses Überschusses an Fremdwährungsverbindlichkeiten ist ein Überschuss an Pfund-Sterling-Vermögenswerten. Fällt das Pfund weiter, werden die Schulden größer, wenn man sie in Pfund umrechnet, und in den Bankbilanzen könnten sich Löcher auftun.

Nun könnte man sagen, das dies nichts ausmacht. Schließlich hat die Regierung gerade die großen Banken rekapitalisiert und angeboten, bis zu 250 Milliarden Pfund ihrer Verbindlichkeiten zu garantieren, das gilt sogar für Fremdwährungsverbindlichkeiten. Der Haken an der Sache ist, dass die Fremdwährungsreserven der Regierung erbärmlich klein sind. Sie machen nur ein Zehntel der Währungsungleichgewichte der Banken aus. Wenn es wirklich hart auf hart kommt, könnte der Staat deswegen harte Währungen leihen müssen, um seine Garantien erfüllen zu können.

Wenn der private Sektor große Devisenmengen einnehmen würde, könnte der Staat dieses Geld zuhause finden. Doch so ist es nicht, Großbritannien weist ein großes Handelsbilanzdefizit auf. Zwar ist es wiederum nicht im Entferntesten so groß wie das isländische Defizit, das seit 2004 dauerhaft über zehn Prozent lag. Bei einem Defizit von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes muss Großbritannien aber jährlich netto rund 40 Milliarden Pfund ausländische Mittel anziehen, um das Handelsbilanzdefizit ausgleichen zu können.

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