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Jahresbilanz: Die Commerzbank und die magische Drei

Der Commerzbank ist es gelungen, sich unter die Elitebanken einzureihen, die das Jahr 2008 in der Gewinnzone haben. Für die Aktionäre bedeutet das allerdings noch lange nicht, erleichtert aufatmen zu können. Schaut man genauer hin, enthalten die Ergebnisse ein paar wirklich unerfreuliche Details.

von Christopher Hughes (breakingviews.com)

Der Commerzbank ist es gelungen, sich unter die Elitebanken einzureihen, die im vergangenen Jahr mit einem Plus abgeschnitten haben. Dennoch wurde die Bank, wie andere auch, von exorbitanten Handelsverlusten getroffen. Zweimal musste sie eine staatliche Kapitalspritze in Anspruch nehmen. Aber trotz der Rückschläge startete die Commerzbank mit einem Nettogewinn von 3 Millionen Euro und einer zweistelligen Tier-1-Eigenkapitalquote ins Jahr 2009. Für die Aktionäre bedeutet das allerdings noch nicht, erleichtert aufatmen zu können.

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Schaut man genauer hin, enthalten die Ergebnisse ein paar wirklich unerfreuliche Details. Im Investmentbanking schloss die Bank das vierte Quartal mit einem Renditerückgang von annualisierten 87 Prozent auf die verwalteten Werte. Eine wesentliche Ursache hierfür lag darin, dass 75 Prozent der verbrieften US-Immobilienkredite abgeschrieben werden mussten. Investments mit so starker Konzentration kratzen am Vertrauen. Zumal die Commerzbank den Ruf hatte, dem Casino-Banking als eine der ersten abgeschworen zu haben.

Ein bisschen weniger Kostensenkung hier, ein bisschen höhere Risikovorsorge da und die Commerzbank wäre im vergangenen Jahr mit Leichtigkeit in die roten Zahlen gerutscht. Die Boni wurden durch die Bank gestrichen, mit Ausnahme von ein paar vertraglich garantierten Zahlungen. Aber die Vorsorge für Kreditausfallrisiken - ein Bereich, in dem die Bank einen gewissen Handlungsspielraum hat - wurde gegenüber dem dritten Quartal kaum erhöht. Grund dafür hätte es gegeben, da in einigen Segmenten, wie zum Beispiel bei Mittelstandskrediten, die Ausfallraten deutlich anstiegen.

Die Frage ist also angebracht, ob das Ergebnis die eigentliche Situation nicht beschönigt. Zumindest gibt die Commerzbank offen zu, dass die Risikovorsorge im Kreditgeschäft im laufenden Jahr steigen wird. Zahlen nannte die Bank nicht. Klar ist nur, dass es mehr sein werden als die 1,85 Milliarden Euro des vergangenen Jahres.

Die Ankündigungen nehmen die Sorgen vorweg, die die Integration des Rivalen Dresdner Bank noch bereiten wird. Immerhin machte die Übernahme im Januar schon eine zweite Kapitalspritze in Höhe von 8,2 Milliarden Euro notwendig. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Ergebnisse der Vor-Dresdner-Commerzbank schmeicheln, sie machen aber wenig Hoffnung, dass die Bank in ihrer erweiterten Form in der Lage ist, gute Ergebnisse zu erwirtschaften. Die Commerzbank startet mit beunruhigenden Vorzeichen ins Jahr 2009: sie ist der Krise in Osteuropa genauso ausgesetzt wie der tieferen Rezession in Deutschland und auch der Bestand an forderungsbesicherten Wertpapieren und gewerblichen Immobilienkrediten ist alles andere als beruhigend. Hinzu kommen die Verpflichtungen aus den jüngst aufgenommen hybriden Finanzierungsformen.

Aktionäre sollten sich die jüngsten Gewinne auf der Zunge zergehen lassen, wie auch immer sie zustande kamen. Dass sie Bestand haben werden, ist unwahrscheinlich.

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