Joint Venture von Morgan Stanley
Geduld ist die Devise

Das Joint Venture von Morgan Stanley in Vietnam sieht strategisch vernünftig aus. Die Investmentbank schiebt sich damit in einem schnell wachsenden Markt auf eine Führungsposition. Allerdings bleibt das Land für einen Kreditengpass anfällig. Vielleicht wird die Bank einen langen Atem brauchen, bis sich das Projekt auszahlt.

Das Joint Venture von Morgan Stanley in Vietnam sieht strategisch vernünftig aus. Die Bank sichert sich dadurch eine wichtige Position in einem schnell wachsenden aufstrebenden Markt mit einem großen Appetit auf Kapital. Allerdings ist Vietnam nur eine kleine Volkswirtschaft, die immer noch anfällig ist für einen Kreditengpass. Morgan Stanley wird vielleicht lange warten müssen, bis sich eine angemessene Rendite einstellt.

Vor einiger Zeit hatte die US-Investmentbank versucht, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der staatlichen State Capital Investment Corp. einzugehen, aber der Abschluss kam nicht zustande. Die Regierung wollte selbst die Kontrolle über dieses wichtige Finanzinstitut behalten.

Das derzeitige Vorhaben ist bescheidener. Der vietnamesische Makler Gateway Securities ist relativ neu und hat noch keine Erfahrung auf dem Markt für Erstemissionen. Auch der Wettbewerbsdruck ist hoch, denn es gibt in dem Land, in dem nur 270 Unternehmen börsennotiert sind, über 100 eingetragene Makler. Aber die internationale Reichweite und die Expertise im Investment Banking von Morgan Stanley dürften das Joint Venture zu einem der Marktführer machen.

Der vietnamesische Markt selbst könnte sich allerdings als nicht ganz so attraktiv herausstellen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes liegt bei nur 54 Mrd. Dollar. Das ist weniger als die Hälfte des BIP etwa von Ungarn. Der Ho Chi Minh-Aktienindex ist im Vorjahresvergleich um 30 Prozent gefallen, nachdem er zuvor um 250 Prozent zugelegt hatte. Darüber hinaus würde Vietnam leiden, wenn sich die Kreditkrise in der ganzen Welt ausbreitet. Das Land verzeichnet ein moderates Zahlungsbilanzdefizit, obwohl es zu den Erdölexporteuren zählt, und die Ausgaben der öffentlichen Hand und die Haushaltsdefizite sind ebenfalls hoch für ein Land, das in jüngster Zeit ein solch schnelles Wachstum verbucht hat. Zudem ist die Korruption ist recht ausgeprägt.

Wenn sich das Wachstum in Vietnam verlangsamt und sich der Aktienmarkt lustlos entwickelt, wie das in China zwischen 2001 und 2005 der Fall war, dann wird nicht genug Neuemissionsgeschäft vorhanden sein. In diesem Fall wird Morgan Stanley vielleicht einen langen Atem brauchen, bis sich dort eine angemessene Rendite auf ihre Investition einstellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%