Junk Bonds
Anleihen: Gefährlicher Müll

Die Hälfte aller hochverzinslichen US-Schuldtitel wird jetzt zu einem Niveau gehandelt, das gewöhnlich die ernsthafte Gefahr von Ausfällen anzeigt. Wenn sich das vergangene Zusammenspiel zwischen Zinsen und Kreditrisiken als weiterhin gültig erweist, dann werden im kommenden Jahr Schrottpapiere über rund 180 Mrd. Dollar umfallen.

Über die Hälfte aller hochverzinslichen US-Schuldtitel wird derzeit auf einem Niveau gehandelt, das man als Not leidend bezeichnet - das heißt, ihre Renditen liegen um zehn Prozentpunkte oder mehr über risikolosen Wertpapieren. In der Vergangenheit war ein Drittel der Kreditnehmer, deren Papiere einen derart angeschlagenen Zustand erreicht hatten, innerhalb eines Jahres in Zahlungsverzug geraten. Wenn sich dieser ungünstige Zusammenhang auch dieses Mal bewahrheitet, dann sind US-Junktitel über rund 180 Mrd. Dollar in Gefahr.

Doch einige Marktbeobachter halten selbst dies noch für optimistisch. Denn Anleihen, die wirklich in den Seilen hängen - das sind diejenigen, die mit "CCC" bewertet werden - machen jetzt fast 25 Prozent des Markts für Hochverzinsliche aus, berichtet Fitch. In den Jahren vor der Kreditkrise hatte eine nie zuvor gesehene Nachfrage nach hochspekulativen Anleihen es immer zweifelhafteren Darlehensnehmern ermöglicht, sich Zugang zu diesem Markt zu verschaffen. Davor waren nur rund zehn Prozent neuer Junk Bonds mit dem Rating "CCC" versehen worden.

Da die Emittenten dieser Schuldtitel durch einen wirtschaftlichen Abschwung ohne weiteres aus dem Geschäft vertrieben werden können, und nicht einmal ihre fällig werdenden Papiere refinanzieren können, könnte ein höherer Prozentsatz des Gesamtmarkts als in den vergangenen Jahren zahlungsunfähig werden.

Trotz massiver Pleiten wie der von Lehman Brothers und Washington Mutual ist die Ausfallquote bei hochverzinslichen US-Anleihen bisher in diesem Jahr mit 3,2 Prozent immer noch unterdurchschnittlich. Aber wenn die Marktstimmung die Aussichten richtig einschätzt, dann wird es vielleicht gar nicht mehr lange dauern, bis sich wieder zweistellige Ausfallquoten einstellen, wie sie während der Marktflaute in den Jahren 2001 und 2002 verzeichnet worden waren.

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