Kapitalerhöhung
HSBC ergreift die Börsen-Initiative

Die Zeit scheint reif für Aktienemissionen. Unternehmen, die Anteilsscheine loswerden wollen, sollten die Gelegenheit beim Schopf greifen.
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Mit seiner 18 Mrd. Dollar schweren Kapitalerhöhung hat sich HSBC einen großen Gefallen getan. Dank des jüngsten Aktien-Runs fanden 97 Prozent der Neuemissionen einen Käufer.

Befürchtungen um ein Ausbluten von HSBC standen im Raum. Doch der immense Erfolg könnte auch andere Anbieter davon überzeugen, dass der Aktienmarkt so weit genesen ist, um weitere Verkäufe zu verkraften. Auch zwei chinesische Emissionen stießen trotz allgemeiner Skepsis auf reges Interesse. Selbst Rio Tinto, einer Kapitalerhöhung zum Schuldenabbau stets abgeneigt, zieht eine Neuemission von zehn Mrd. Dollar in Betracht.

Einige der jüngsten Ausgaben scheinen jedoch zu optimistisch. Der chinesische Videospielanbieter Changyou musste zusehen, wie seine Aktien am ersten Ausgabetag in New York 38 Zähler verloren. Die Firma ist abhängig von einem einzigen Computerspiel - das sie nicht einmal besitzt! Die Hongkonger Emission des chinesischen Alkohol- und Zigarettenvertriebs Silver Base war 44-fach überzeichnet. Und doch sanken die Gewinne seines für 95 Prozent der Einnahmen verantwortlichen Hauptzulieferers im letzten Jahr um 70 Prozent.

Seit der März-Misere gab es New York, Hongkong und Tokio einen steilen Anstieg der Leitindizes zu vermelden, nicht zuletzt dank der Heldenrhetorik der Politiker. Ein anderer Grund mag die Angst vor der Inflation sein, die mit langfristigen Absicherungen auf Abstand gehalten wird. Von einer anhaltenden Markterholung zu sprechen, scheint dennoch verfrüht. Die Gesamtwirtschaft sendet gemischte Signale und von steigenden Einnahmen ist keine Spur. Selbst die derzeit angenehm flüssige HSBC gibt zu, nicht zu wissen, welche Auswirkung die Wirtschaftskrise in Zukunft auf ihr Geschäft haben wird.

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