KDBs Wachstumsaussichten
Keine große Kunst

Die koreanische Aufsichtsbehörde tat gut daran, die Korea Development Bank vor dem Kauf einer Wall Street Firma zu warnen. Wenn KDB ins Investmentbanking einsteigen will, dann sollte sie den Markt von unten aufrollen und Häuser aus ausgewählten asiatischen Ländern aufkaufen, die geringere Personalkosten verursachen und mit geringeren Risiken operieren.

Jun Kwang-woo, der Vorsitzende der südkoreanischen Finanzdienstleistungskommission, tat gut daran, die Korean Development Bank vor dem Kauf von Lehman Brothers zu warnen. Wall Streets Investmentbanken sind stark kostenlastig und tragen hohe Risiken. Wenn KDB ins Investmentbanking einsteigen will, dann sollte die Bank den Markt von unten attackieren und sich unter den Unternehmen ausgewählter asiatischer Länder umsehen, wo die Personalkosten wesentlich geringer sind.

Mit einer um 40 Prozent höheren Kapitalausstattung und einer fünfmal so hohen Bilanzsumme wäre der Kauf von Lehmans ein hochriskantes Geschäft für die kleinere KDB. Hinzu kommt, dass zwischen KDB und Lehman 11 Zeitzonen liegen. Ein angeschlagenes Unternehmen aus dieser Distanz zu steuern, erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Fehlschlags zusätzlich. KDB bleibt zumindest vorläufig ein staatseigenes Unternehmen und den koreanischen Steuerzahlern das Risiko eines solchen Geschäfts aufzubürden, wäre kaum angemessen.

Es gibt einen leichteren und billigeren Weg für KDB zu einer internationalen Investmentbank zu werden. Beim Finanzgeschäft handelt es sich, zumindest überwiegend, nicht um große Kunst. Neue Produkte können von gewieften Bankern leicht nachgeahmt werden. KDB selbst hat das schon bewiesen - die Bank ist in den internationalen Anleihen- und Derivatemarkt eingestiegen und hat ein eigenes Quant Team auf die Beine gestellt. Die quantitativen Reißbrettprodukte wurden ursprünglich an Wall Street und in London entwickelt, sind aber leicht zu kopieren.

KDB ist auf vergleichbaren Gebieten in Korea führend. Da das Investmentbanking fast überall auf der Welt hohe Gehälter und hohes Ansehen verspricht, lassen sich lokale Top-Talente leicht anlocken und in den Emerging Markets ausbilden - für einen Bruchteil der Kosten, die der Kauf einer Wall-Street-Firma verursachen würden.

Investmentbanking erfordert Kapital, gute Leute und ein leistungsfähiges Kontakt-Netzwerk. Über die erste Zutat verfügt KDB, die anderen beiden lassen sich außerhalb Koreas aufbauen, über den Kauf regionaler Banken und Brokerhäuser, die auf anderen asiatischen Märkten operieren. Gerade in den Emerging Markets ist ein Großteil der Firmenübernahmen und-zusammenschlüsse für Wall-Street-Unternehmen zu uninteressant. Die M&A-Aktivitäten übernehmen dort lokale Investmentbanken.

Durch den Aufbau eigener Kapazitäten in den schnell wachsenden asiatischen Märkten könnte KDB ein multinationales Investmentbankinggeschäft entwickeln. Die Personalkosten würden dabei nur einen Bruchteil der Kosten ausmachen, die die Konkurrenz an Wall Street zu tragen hat, bei gleichzeitig besseren Verbindungen zu allen Märkten, auf denen die Bank aktiv wird. Auf diese Weise würde KDB ihr Ziel erreichen und eine wesentlich besseren Ausgangsbasis für alle weiteren Expansionspläne schaffen - während die koreanischen Steuerzahler nachts ruhig schlafen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%