Kelda
Unbeeindruckt von der Krise

Die Offerte von Citigroup und HSBC über drei Mrd. Pfund Sterling für Kelda bewertet den britischen Wasserversorger mit einem Aufschlag von 29 Prozent auf sein reguliertes Anlagevermögen. Das ist ein noch höheres Vielfaches, als JPMorgan im vergangenen Monat für Southern Water bezahlt hat. Ganz klar, die Kreditkrise hat den Infrastrukturfonds noch nichts anhaben können. Die Investoren anderer britischer Wasserversorger werden sich die Lippen lecken.

Trotz der Kreditkrise läuft der Infrastrukturmarkt immer noch auf vollen Touren. Diesen Eindruck vermittelt zumindest das Gebot für Kelda. Citigroup und HSBC haben eine Offerte über drei Mrd. Pfund Sterling für den britischen Wasserversorger vorgelegt. Das entspricht einem Aufschlag um 29 Prozent auf das regulierte Anlagevermögen von Kelda und einem höheren Vielfachen, als JPMorgan im vergangenen Monat für Southern Water gezahlt hat. Die Investoren, die an den vier übrigen notierten Wasserversorgern in Großbritannien beteiligt sind, werden sich die Lippen lecken.

Die Prämien für Kelda und Southern sind mit den Preisen vergleichbar, die in diesem Jahr von Macquarie für Thames Water und von 3i für Anglian Water gezahlt wurden. Das lässt darauf schließen, dass die Geldmauer von 150 Mrd. Dollar, die die Infrastrukturfonds 2006 errichtet haben, noch nicht von der Kreditkrise durchlöchert worden ist. Die Fonds halten immer noch Ausschau nach sicheren regulierten Einkommensströmen, die die Wasserversorger bieten können.

Der gebotene Preis, der dem Zehnfachen des prognostizierten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für das laufende Geschäftsjahr per Ende März 2008 entspricht, ist nicht gering. Die notierten Unternehmen aus dem britischen Wassersektor werden derzeit mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 13 Prozent auf das regulierte Anlagevermögen gehandelt. Das vorhergesagte Wachstum des regulierten Anlagevermögens von Kelda für 2007 bis 2010 liegt mit sechs Prozent in etwa im Branchendurchschnitt.

Die genehmigten durchschnittlichen Preiserhöhungen betragen für den gleichen Zeitraum 3,9 Prozent – damit liegen zwei der notierten Branchenkollegen noch vor Kelda. Das Konsortium läuft sehr wahrscheinlich auch Gefahr, dass die von der Branchenaufsicht Ofwat genehmigten Preisaufschläge für die kommende Regulierungsperiode 2010 bis 2015 nicht mehr so großzügig ausfallen werden.

Abgesehen davon, dass das gesammelte Kapital einen Hafen erhält, bekommt das Konsortium für sein Geld allerdings den nach Expertenmeinung am besten geführten Wasserversorger Großbritanniens. Kelda war auf den Entwicklungsdiagrammen der Ofwat in zwei der letzten drei Jahre der absolute Spitzenreiter. Und der gesalzene Preis verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die Konkurrenten zu einer Offerte verlockt werden.

In einem Sektor, in dem ein sicherer Cash Flow einen Verschuldungsgrad von bis zu 85 Prozent erlaubt, ist Kelda mit einem Fremdkapitalanteil von 60 Prozent nicht übermäßig belastet. Aber der Verschuldungsgrad ist auch nicht zu gering geworden, nachdem das Unternehmen im Verlauf des Jahres seinen US-Wasserbereich Aquarion verkauft und die Dividendenausschüttung an die Aktionäre angehoben hatte.

Wenn die Offerte durchkommt, werden sich alle Augen auf die verbliebenen vier notierten Wasserversorger in Großbritannien richten. Wenn man denselben Aufschlag auf das regulierte Anlagevermögen auf die momentanen Aktienkurse von Northumbrian Water, Pennon, Severn Trent und United Utilities anwendet, würde man für jedes Unternehmen eine Steigerung um etwa 20 Prozent erhalten. Die Infrastrukturfonds werden sich jetzt ganz auf sie konzentrieren.

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