Kniffliger Markt
Rohöl: Zähes Angebot, sinkende Nachfrage

Saudi-Arabien hat einen Rohölpreis von 75 Dollar je Barrel im Visier. Doch das einflussreichste Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) dürfte dieses Ziel 2009 wahrscheinlich nicht erreichen.

Vor einem Jahr lag der Ölpreis bei etwa 100 Dollar je Barrel. Einige Marktbeobachter waren damals von einem starken Anstieg der Preise ausgegangen, andere erwarteten einen kräftigen Preisverfall. Beide Lager hatten Recht. Der Barrel-Preis war zuerst auf 147 Dollar geklettert und dann auf Atem beraubende Weise auf 40 Dollar abgesackt. Das reicht aus, um selbst den Hartnäckigsten den Spaß am Prognose-Spiel zu verderben.

Dieses Spiel ist besonders knifflig, wenn es um Rohöl geht, denn sein Preis wird nicht einfach nur durch die traditionellen Faktoren von Angebot und Nachfrage bestimmt. Finanzflüsse, Devisen und die Verfügbarkeit von Krediten eingeschlossen, spielen eine wichtige Rolle.

Die Angebotsdynamik scheint die Argumente für höhere Preise zu stützen. Die Opec hat angekündigt, Rekordkürzungen um 4,2 Millionen Barrel pro Tag (bpd) bei den Öllieferungen vorzunehmen - das entspricht in etwa vier Prozent der weltweiten Gesamtmenge. Wenn sich die Mitglieder des Ölkartells an diese Verpflichtung halten, gehen Analysten davon aus, dass dies 2009 zu einer Verknappung um etwa 1,7 Millionen bis zwei Millionen bpd führen könnte. Theoretisch würde dadurch der Preis steigen, möglicherweise sogar auf etwa 75 Dollar je Barrel.

Das Problem besteht darin, dass nur wenige daran glauben, dass die Opec diese Liefereinschränkungen wirklich umsetzt, auch wenn das Kartell behauptet, von den ursprünglich zwei Millionen bpd, die sie im September in Aussicht gestellt hat, bereits 1,7 Millionen bpd gekürzt zu haben. Aber darüber hinaus noch einmal 2,2 Millionne bpd zu kappen, ist eine große Herausforderung für angespannte Opec-Regierungen.

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