Kolumne „Off Screen“: Wählt Manager statt Gremlins

Kolumne „Off Screen“
Wählt Manager statt Gremlins

Erstmals könnte der Intendant der Deutsche Welle von der privaten Konkurrenz Pro Sieben Sat 1 kommen. Ein Vorbild für den verkrusteten WDR. Dort gibt es nur wenig Hoffnung auf ein „Wunder von Köln“.
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Ausgerechnet Günther Jauch, der Großverdiener der ARD, hatte einst das böse Wort der „Gremlins“ für die Intendantenschar geprägt. Der Fernsehunternehmer, Quizmoderator und Talkmaster war schlichtweg genervt von der trögen Führungsriege. Tatsächlich sind die Intendanten von ARD und ZDF – von wenigen Ausnahmen abgesehen – eine Nomenklatura, die sich längst eine eigene Lebens- und Medienrealität geschaffen hat. Deshalb waren die Führungskader auch von der Woge der Empörung über die zu Jahresanfang eingeführte Haushaltsgebühr überrascht.

Wenn besserer Rundfunk für weniger Geld Wirklichkeit werden soll, müssen die Spitzenposten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks endlich mit externen Experten besetzt werden, die wirtschaftlichen und journalistischen Sachverstand besitzen – Eigenschaften, die man nicht allen Intendanten unbedingt nachsagen kann.

Die Deutsche Welle könnte bereits am nächsten Freitag dafür ein Musterbeispiel geben. Denn dann wird bei dem von der Bundesregierung finanzierten Auslandsrundfunk voraussichtlich ein neuer Intendant gewählt. Als Favorit gilt Peter Limbourg, Informationsdirektor bei der größten deutschen Sendergruppe Pro Sieben Sat 1. Wie Vorstandskreise in Unterföhring berichten, macht sich der CDU-nahe Journalist mit reichlich internationaler Erfahrung die größte Hoffnung.

Für die Deutsche Welle wäre der Sat-1-Nachrichtenmann eine Idealbesetzung. Denn Limbourg hat in seiner Laufbahn bewiesen, dass journalistische Qualität auch mit kleinen und gekürzten Etats möglich ist. Der 52-Jährige ist ein unabhängiger Kopf, der keine Angst vor Konfrontationen ab. Als Manager hat er bei Pro Sieben Sat 1 gelernt, dass angesichts der digitalen Transformation die Veränderung die einzige Konstante ist.

Eine Wahl Limbourgs an die Spitze der Deutsche Welle wäre auch für die ARD ein wichtiges Signal. Über Jahrzehnte haben die Anstalten eingeübt, die Spitzenpositionen mit Apparatschicks zu besetzen. Nur keine Veränderung, nur ein Weiter-so, damit hat das Gebührenfernsehen über Jahrzehnte funktioniert, da die Bürger und Unternehmer für ARD und ZDF immer tiefer in die Tasche gegriffen haben. Doch der Widerstand gegen dieses verkrustete System wächst.

Der WDR – einst von charismatischen Persönlichkeiten wie Fritz Pleitgen geführt – könnte sehr gut einen erfahrenen Manager und willensstarken Journalisten brauchen. Denn die Suche nach einem Nachfolger für die glücklose Intendantin Monika Piel droht in der Sackgasse zu enden. Derzeit läuft alles aber alles auf eine „hausintere Lösung“ hinaus. Darf man Mitgliedern des WDR-Rundfunkrates glauben, hat Eva-Maria Michel, stellvertretende WDR-Intendantin, die größten Chancen. Die Justiziarin, seit Jahren eine enge Vertraute von Piel, fungiert bereits als kommissarische Intendantin bis zur Intendantenwahl im Laufe des Frühjahrs.

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  • Günther Jauch meinte mit den "Gremlins" nicht die Intendanten, wie Herr Siebenhaar schreibt, sondern die Mitglieder der ARD-Rundfunkräte.

  • Richtig. Richtig. Richtig. Der Aktionärs-Gedanke ist der Gedanke der Stunde. Und seine Anwendung nicht nur hinsichtlich der Radio-Beitragspauschale/Zwangsabgabe der Schlüssel zu angemessener Partizipation (Wer die Kegel aufstellt, darf auch die Kugel rollen lassen). Auch bei der Steuer lässt sich davon etwas Interessantes ableiten: Wer einzahlt, kann auch verlangen, dass damit vernünftig und ertragsorientiert gewirtschaftet wird. Nur verteilen und wo es knapp wird, weniger verteilen (man nennt es auch sparen), ist ökonomischer Unfug. Was folgt daraus? Monopolansprüche brechen - selbst wenn es das der nichtstaatlichen Privat-Wirtschaft auf's Wirtschaften ist!

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