Konjunktur
Schwache Runde im Wachstumsrennen

Japan legte Ende 2007 noch einmal einen Sprint hin, aber die Konsumenten zogen nicht mit. Auch in Frankreich und Deutschland ist die Konsumnachfrage schwach. In der Eurozone ließ die Konjunktur im vierten Quartal deutlich nach, aber Europa konnte 2007 immer noch schneller wachsen als Japan oder die USA. In diesem Jahr übernimmt Europa mit langsamen aber kontinuierlichen Wachstum die Favoritenrolle im internationalen Rennen.

Das Zielband des vierten Quartals ist nun zerrissen und alle wichtigen Starter im internationalen Wachstumsrennen haben die Ziellinie passiert. Japan überraschte im Schlussquartal 2007 mit einem Sprint und erreichte 0,9 Prozent, die Eurozone stolperte und brachte es nur noch auf 0,4 Prozent. Der Gesamtsieg 2007 ging dennoch an die Europäer. Sie lagen mit einer Wachstumsrate von 2,7 Prozent vor den USA mit 2,2 und Japan mit 2,1 Prozent.

Für 2008 wird ein insgesamt schwächeres Rennen erwartet. Die Subprime-Form der USA ist bekannt, aber auch Europa scheint schlecht auf den Lauf vorbereitet. Die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich, beendeten das letzte Quartal 2007 mit nur 0,3 Prozent Wachstum. Sie leiden unter den gleichen Handicaps und behindern sich gegenseitig.

Das Konsumwachstum in Frankreich halbierte sich gegenüber dem dritten Quartal auf 0,4 Prozent und kehrte sich in Deutschland ganz um. In Frankreich fielen die Exporte und auch in Deutschland hat sich das Exportwachstum wahrscheinlich abgeschwächt.

Das Gesamtbild ist deutlich. Der starke Euro wirk sich allmählich auf die europäischen Exporte aus und die Konsumenten in Nordeuropa sehen schwarz – während man sich in Italien und dem früher munteren Spanien – das im vierten Quartal immer noch ein Wachstum von 0,8 Prozent zustandebrachte – noch (un)erfreulich viel Zeit lässt.

Japan ist damit der unerwartete neue Star unter den großen Drei. Japans Exporte blieben, gestützt vom chinesischen BIP-Wachstum von 11 Prozent, stabil, und trugen damit fast die Hälfte zum Wachstum im vierten Quartal bei. Auch die Investitionen entwickelten sich positiv und begründeten einen halben Prozentpunkt des BIP-Anstiegs. Die Verbraucherausgaben entwickelten sich dagegen mit einem Plus von 0,2 Prozent weniger erfreulich und die Wohnungsbauinvestitionen waren weiterhin rückläufig – wie in den Vereinigten Staaten, wo sie inzwischen das achte Quartal in Folge fallen.

Es ist schwer, mit dem Haus auf dem Rücken zu rennen, wie wir bei Schnecken sehen können. Wer wir 2008 das Rennen machen? Eine Übertreibung auf dem Immobilienmarkt gibt es in der Eurozone nicht – außer vielleicht im vom Unglück verfolgten Spanien – damit wird Europa zum Favoriten. Aber die Konsumenten nehmen, wie auch in Japan, kaum am Rennen teil. Auf die Vereinigten Staaten wird im Augenblick von wenigen gesetzt. Die drastische Reduktion der kurzfristigen Zinsen und einige unkluge Ausgabenprogramme könnten zum Jahresende allerdings für konjunkturelles Tempo sorgen, auch wenn sie langfristig ungesund sind.

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