Konsum
US-Einzelhandelswerte könnten von Rezession profitieren

Die Aussichten für amerikanische Konsumwerte sind alles andere als rosig. Dennoch konnten Einzelhandelsaktien während des jüngsten Blutbads an der Börse zulegen. Ein Phänomen, das gar nicht so überraschend ist, wie es vielleicht scheint. Die Geschichte lehrt, dass die Zeit unmittelbar vor einer Rezession die beste für den Einkauf von Konsumwerten ist.

Jetzt auf die amerikanischen Konsumenten zu setzen, mag verrückt erscheinen. Aber Einzelhandelswerte konnten während des jüngsten Kursrutschs an der Börse zulegen. Das ist weniger merkwürdig als es auf den ersten Blick erscheint. Der Beginn einer Rezession ist oft die beste Zeit für Konsumaktien. An die Adresse der Schnäppchenjäger: jetzt auf gute Nachrichten zu warten, könnte heißen Chancen zu verpassen.

Das Kursniveau der Einzelhandelswerte ist immer noch niedrig, trotz ihres sprunghaften Anstiegs in den vergangenen Wochen. Der S&P-Einzelhandelsindex verlor im vergangenen Jahr, parallel zum Einbruch bei den Finanzaktien, nahezu ein Viertel seines Werts.

Wal-Mart zum Beispiel wurde in den zurückliegenden 10 Jahren zu einem Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) gehandelt, das in der Regel 33 Prozent über dem S&P-500-Durchschnitt lag. Mit einem KGV von 14, auf der Basis der für dieses Jahr erwarteten Gewinne, wird die Aktie jetzt geringfügig unter dem S&P-500-Durchschnitt gehandelt. Legt man das Preis-Umsatzverhältnis zugrunde, wird die Wal-Mart-Aktie 50 Prozent unterhalb ihres langjährigen Durschschnitts gehandelt.

Natürlich können sich die Gewinnprognosen der Analysten schnell ändern. Bernstein Research wies bereits daraufhin, dass die Consensus-Prognosen über ein siebenprozentiges Gewinnwachstum in diesem Jahr optimistisch erscheinen. Aber die Aussichten auf mäßige Gewinne müssen nicht unbedingt bedeuten, dass Investoren die Finger von Konsumwerten lassen sollten.

Bernsteins Analysen zeigen, dass die Branche, historisch gesehen, in der 12-Monats-Periode nach einem Gewinngipfel den Markt übertrifft. In zurückliegenden Rezessionsphasen konnten die Bewertungskennziffern der Einzelhandelswerte im Durchschnitt um 30 bis 50 Prozent zulegen, selbst wenn die Gewinne um bis zu 30 Prozent fielen. Hinzu kommt, dass die Bewertung der Konsumaktien unmittelbar vor dem Beginn einer Rezession häufig ihren Tiefpunkt erreicht.

Es gab natürlich Rezessionen, die durch unternehmerische Schwächen verursacht wurden, während der gegenwärtige Abschwung offensichtlich auf den Nachfragerückgang bei den Konsumenten zurückgeht. Auch das Risiko, dass es noch schlimmer kommt als viele erwarten, kann nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus wiederholen sich die Muster der Vergangenheit selten eins zu eins. Aber es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die meisten schlechten Nachrichten in den Kursen der Einzelhandelswerte bereits eingepreist sind. Es mag zwar vernünftig sein, mit einem Einstieg noch zu warten, aber Schnäppchenjäger, die zu lange zögern, könnten die Erholung verpassen.

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