Kraft/Cadbury
Krieg der Süßkrämer

Kraft Foods nutzte den US-Feiertag zu einem Übernahmeangebot für den Rivalen Cadbury in Höhe von 10,2 Mrd. Pfund. In der Folge schoben Cadburys Bankiers Überstunden und veröffentlichten am Wochenende einen Verteidigungsbrief. Mit ihren Argumenten machen die Briten jedoch vor allem deutlich, wie sehr sich die beiden Konzerne ähneln.
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Kraft Foods nutzte den US-Feiertag zu einem Übernahmeangebot für den Rivalen Cadbury in Höhe von 10,2 Mrd. Pfund. In der Folge schoben Cadburys Bankiers Überstunden und veröffentlichten am Wochenende einen Verteidigungsbrief. Mit ihren Argumenten machen die Briten jedoch vor allem deutlich, wie sehr sich die beiden Konzerne ähneln.

Cadbury kritisierte das schwache Wachstum des Rivalen. Dagegen erziele Cadbury zumindest seit der Übernahme des US-Kaugummiherstellers Adams jährlich sechs Prozent Wachstum. Warum also sollten sich Cadburys Aktionäre für die Mischung aus Bargeld und "unattraktiven" Kraft-Anteilen entscheiden?

In Wahrheit kann sich keine der Parteien einer grandiosen Performance rühmen. Kraft ist tatsächlich ein wilder Business-Mix, darunter einige Fertignahrungs-Marken, die unter sinkender Nachfrage leiden. Man könnte den Angriff auf Cadbury als Versuch werten, das Unternehmensprofil zu schärfen. Bis vor Kurzem sah es bei Cadbury allerdings ähnlich aus. Die Briten waren nur etwas schneller bei ihrem Umbau, haben ihre Erfrischungsgetränke-Töchter verkauft und Wachstum durch Zukäufe erzielt.

Kraft stellt für die Süßwaren-Kombi ein Gewinnwachstum von mindestens fünf Prozent und Renditesteigerungen von neun bis elf Prozent je Aktie in Aussicht. Noch liegt von Cadbury keine Unternehmensprognose vor, doch die Krafts Voraussagen liegen auf der Höhe der Cadbury-Performances der letzten Zeit.

Sollte Kraft mit seiner Prognose richtig liegen, müssen Cadburys Aktionäre keine allzu großen strategischen Entscheidungen treffen. Sie können bei einer mäßig ertragreichen Firma mit robusten Aussichten bleiben, oder ihre Papiere gegen in den USA gelistete Aktien einer ähnlichen Firma tauschen.

Noch könnte man die Cadbury-Anteilseigner durch eine Cash-Offerte locken. Problematisch wird jedoch die Ausarbeitung zusätzliches Synergien. Kraft muss wesentlich mehr bieten, als 625 Mio. Dollar jährliche Einsparungen - weniger als sieben Prozent von Cadburys Einkünften -, um vor den eigenen Aktionären ein höheres Agio zu rechtfertigen und ein Angebot zu finanzieren, das Cadburys derzeitigen Aktienpreis übersteigt. Nicht zuletzt ist eine gütliche Einigung nötig, um die Synergieeffekte überhaupt zu ermöglichen.

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