Kreditanbieter in Nöten
CIT: Zwischen Leben und Tod

CIT braucht dringend Liquidität. Der Verkauf von Vermögenswerten erweist sich als problematisch und das „CCC“-Rating des Unternehmensfinanzierers schließt den Zugang zu den Kreditmärkten ohne staatliche Garantie aus. Doch die Firma verfügt über genug Mittel, um sich in der Hoffnung auf eine Rettung noch einige Monate lang durchzuschleppen.
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Wann könnte CIT frühestens verdursten? Die Finanzmärkte legen nahe, dass sein Bedarf an Liquidität den Unternehmensfinanzierer bald von seinen Leiden erlösen wird. Die Aktien von CIT werden unter 1,50 Dollar gehandelt und der Preis für Credit Default Swaps, mit denen sich die Anleger vor seinem Niedergang schützen wollen, ist in die Höhe geschossen. Doch der Kampf auf Leben und Tod könnte sich noch Monate lang hinziehen.

Das Problem des Kreditanbieters ist relativ einfach. Benötigt werden zehn Mrd. Dollar, um Schuldtitel abzulösen, die im kommenden März fällig werden. Das Unternehmen verfügt aber nur über 6,4 Mrd. Dollar an Cash und zugesagten verfügbaren Krediten. Die daraus entstehende Lücke muss CIT nun schnellstens füllen. Der Verkauf von Vermögenswerten könnte sich als problematisch erweisen. Für keinen der Unternehmensbereiche dürften die Käufer Schlange stehen - die meisten umfassen Kredite an Unternehmen, vor allem an kleinere Firmen. Wenn Teilveräußerungen überhaupt machbar sind, dann dürfte der erzielte Preis wohl kaum einen ausreichenden Aufschlag beinhalten, um die anteilige Schuldenlast der Rumpfgesellschaft zu verringern.

Darüber hinaus schließt das "CCC"-Rating von CIT den Zugang zu den Kreditmärkten ohne eine staatliche Garantie von Vornherein aus. Das US Federal Deposit Insurance Corporation-Einlagensicherungsinstitut (FDIC) scheint mit der Gewährung einer Garantie zu zögern, weil die Sicherheiten von CIT nur von geringer Qualität sind.

Trotzdem sollte der Finanzierer in der Lage sein, noch einige Monate lang durchzuhalten. Mit dem Herunterfahren von Krediten könnten zwei Mrd. bis vier Mrd. Dollar frei gesetzt werden. Zusammen mit dem Cash und zugesagten Finanzierungen hätte die CIT genügend Mittel, um in diesem Jahr fällig werdende Schuldtitel abzudecken. Und mit Hilfe von Notmaßnahmen könnte das Unternehmen die Finanzierung noch um einige weitere Monate strecken.

Längerfristig sieht die Lage allerdings düster aus. In den letzten neun Monaten des kommenden Jahres laufen noch einmal Schuldtitel über 5,5 Mrd. Dollar aus. Die Qualität der Vermögenswerte wird sich wahrscheinlich weiter verschlechtern, da CIT vor allem bei kleineren Unternehmen engagiert ist, die unverhältnismäßig stark unter den harten wirtschaftlichen Zeiten leiden.

In der Zwischenzeit bittet die CIT die Regierung weiter unablässig um Hilfe - ob es sich dabei nun um eine Genehmigung seitens der US-Notenbank handelt, die es dem Unternehmensfinanzierer erlauben würde, Vermögenswerte auf seine Banktochter zu übertragen, um im Gegenzug Zugriff auf den dort gehaltenen Cash zu erhalten. Oder ob die CIT die US-Regierung ersucht, entweder ein wenig Druck auf die FDIC auszuüben, die Schuldtitel der Firma zu garantieren oder sie auf andere Art zu stützen, und sei es nur vorübergehend.

Es sind verzweifelte Bemühungen mit geringen Erfolgsaussichten. Aber wenn die Alternative der Untergang des Unternehmens ist, ist jeder Strohhalm willkommen, an den man sich so lange wie möglich klammern kann.

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