Kreditvergabe
Was macht die Citigroup mit Staatsgeldern?

Die Art und Weise, wie die angeschlagene Citigroup ihre Verwendung der staatlichen Hilfsgelder über 45 Mrd. Dollar aufschlüsselt, ist ein wenig simpel. Aber genau so vereinfachend sind die Argumente derer, die sagen, die Banken vergeben nicht genug Kredite. Die Zahlen im Einzelnen offen zu legen, ist hilfreich, aber es wird die nicht zum Schweigen bringen, die annehmen, dass nur eine absolute Erhöhung der Kreditvergabe ein Erfolg ist.

Hat die Citigroup einen Weg gefunden, um die Kritiker der Kreditvergabepraxis der Banken zum Schweigen zu bringen? Die angeschlagene Bank hat einen Sonderausschuss gegründet, der das Kapital über 45 Mrd. Dollar, das die US-Regierung dem Institut Ende des vergangenen Jahres zugeschossen hatte, verteilen soll. Jetzt hat die Citigroup den ersten ihrer fortlaufenden Quartalsberichte vorgelegt, in dem genau aufgeführt wird, wie die Gelder im Einzelnen verwendet werden. Das ist ein hilfreicher Schritt.

Aber es hat auch ein bisschen gedauert. Die Banken haben im Allgemeinen ziemlich lethargisch auf die wachsende Besorgnis reagiert, wie sie das Geld der Steuerzahler einsetzen - oder eben nicht. Viele Institute machten anfangs tatsächlich den Eindruck, als würden sie auf die Bitte des ehemaligen US-Finanzministers Hank Paulson pfeifen, sie sollten doch Kredite vergeben und die Mittel nicht horten.

Bis zu einem gewissen Ausmaß war das auch verständlich: Paulson hatte keine Richtlinien herausgegeben und das Letzte, auf das sich die Banken jetzt einlassen sollten, wäre ein überstürztes und erzwungenes Vergeben von Krediten in eine Wirtschaft hinein, die den Einsatz von Fremdkapital abbaut und sich zudem mitten in einer Rezession befindet, wobei die Immobilienpreise immer noch fallen. Aber als die Regierung immer umfangreicher intervenierte, wurden auch die Rufe nach einer verstärkten Kreditvergabe durch die Banken immer lauter - und damit erhöhte sich der Druck auf die Banken, reagieren zu müssen.

Der Bericht der Citigroup kommt dem ein Stück entgegen. Die Bank hat das Geld aus dem Troubled Asset Relief Programme (Tarp) unter die Kontrolle des Ausschusses gestellt. Und das Institut bemüht sich recht ostentativ darum, Kredite in die Märkte zu leiten, die am meisten unter der Kredit- und Liquiditätskrise leiden - wie etwa die Bereiche Hypotheken, darunter so genannte Jumbo-Hypotheken, die nicht an Fannie Mae und Freddie Mac verkauft werden können, Studentendarlehen und Kreditkartenforderungen.

Zugegeben, das Ganze mutet ein wenig simpel an. Die Citigroup hätte diese Kredite vielleicht ohnehin vergeben. Und mit keinem Wort wird erwähnt, wie viel insgesamt gewährt werden könnte. Wenn man von einem konservativen Verschuldungsvielfachen von zehn ausgeht, könnte das Tarp-Kapital der Bank für Kredite über 445 Mrd. Dollar reichen; bisher hat das Institut 36,5 Mrd. Dollar herausgelegt.

Aber die Argumente, dass die Banken nicht genug Kredite vergeben, sind genau so vereinfachend: Einige Kritiker haben sich auf Daten gestürzt, die einen Rückgang der allgemeinen Kreditvergabetätigkeit der Banken um ein oder zwei Prozent aufweisen, um damit nachzuweisen, dass das Tarp ein Fehlschlag ist. Doch im Vergleich zu anderen Rezessionen stellt dies eigentlich eine recht robuste Entwicklung dar - im vierten Quartal 2001, zum Beispiel, war die Kreditvergabe um ganze elf Prozent eingebrochen.

Auch wenn der Bericht den starken Beigeschmack einer PR-Aktion hat, könnte das Tarp-Protokoll doch einige Kritiker auf die Seite der Bank ziehen. Aber es wird diejenigen nicht zum Schweigen bringen, die annehmen, dass nur ein absoluter Anstieg der gewährten Kredite als Erfolg zu werten ist.

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