B.wertet
Mehr Pfingsten würde helfen

Europa steckt in einer tiefen Krise. Beistand täte uns dringend Not. Dabei ist Verständigung als faires Abstecken der eigenen Interessen und Abwägen der Interessen der anderen die Voraussetzung, um eine Lösung zu finden.
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Das Pfingstfest ist vorüber und die Feiertage wurden hoffentlich zur allseits notwendigen Entspannung genutzt. In manchen Bundesländern folgen nun Ferien, in anderen endeten sie. Genutzt wurden diese freien Tage vor allem zum Reisen.

Der Münchner Flughafen etwa erwartete gleich zu Beginn der bayerischen Pfingstferien einen Andrang von mehr als 130.000 Fluggästen, die meist Richtung Italien strebten. Auch die Straßen sind und waren voll in diesen Tagen. Als einziges großes christliches Fest hat es Pfingsten nicht geschafft, eine eigene Industrie ins Rollen zu bringen – außer uns selbst.

Weder die Schokoladenfabriken noch die Spielzeug- oder Nippes-Hersteller überfluten uns mit Pfingstochsen, Tauben oder Zungen jeglicher Art. Auch die Bräuche zu Pfingsten halten sich in Grenzen. Offensichtlich ist Pfingsten zu abstrakt, die Gabe des Heiligen Geistes schwer darstellbar. Dabei wird Pfingsten als der Beginn der „Kirche“ interpretiert.

Mittelalterliche Künstler malten gerne rote Zungen auf die Häupter der Jünger, die versinnbildlichen sollten, dass sie nun alle Sprachen der Welt sprachen und sich verständlich machen konnten. Eine gemeinsame Sprache sprechen und sich verständlich machen können, auch wo Kontroversen herrschen, scheint mir heute notwendiger denn je zuvor.

Wir stecken in Europa ohne Zweifel in einer tiefen Krise. Beistand täte uns dringend Not. Und Verständigung als faires Abstecken der eigenen Interessen und Abwägen der Interessen der anderen ist die Voraussetzung, um eine von allen akzeptierbare und damit auch durchführbare Lösung zu gewinnen.

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  • Der Plan B der Eurogegner sieht so aus: Jeder muß erstmal seine nationalen Hausarbeiten machen.

    1. die nationalen Schuldenstände hatten schon vor der Euro-Einführung bedenkliche Höhen erreicht. Das muß erst mal jeder für sich in Ordnung bringen.

    2. Demokratie: Warum sind denn die nationalen Schulden so hoch ? - Weil die Bürger über die Staatsausgaben nichts mitzureden haben. Also erst mal Demokratie einführen. Ds ist etwas Grundsätzliches, aber auch die Vorssaussetzung, daß 1. klappt.

    3. Demokratie ist ein Botton-Up-Prozess. Von den Gemeinden über die Nationalstaaten - am Ende reden wir dann vielleicht über die politische Integration in Europa.

    4. und da gehört dann auch eine gemeinsame Währung zu.


    Europa muß ein Bottom-Up statt Top-Down-Prozess werden. Der deutsche Nationalgedanke wurde meines Wissens von einem Studententreff auf der Wartburg Anfang 19. Jhrh. befeuert, bei dem gleich die Nationalhymne und die Fahne festgfelegt wurde, das ging also auch mehr vom Volk als von den Monarchen aus.

    Unser Europa geht von Bundeskanzelern und Staatspräsidenten aus.
    Wir dürfen über nichts abstimmen, nicht den Euro, nicht unsere Verfassung nichts. Bei Bundestagswahlen wählen wir Landeslisten von Parteien mit über hundert Programmpunkten. Wer ins Parlament kommt, was von den Programmpunkten realisiert wird - keinen Einfluß.
    Den Euro haben wir, so wird berichtet, weil Frankreich das zur Bedingung für die Wiedervereinigung gemacht hat. Also bitte, das heißt doch, daß der 2. Weltkrieg noch gar nicht zu Ende ist.
    Und so tritt Hollande jetzt ja auch unverhohlen auf.
    Und manche Stimmen fordern die politische Union - schnell wg. der Eurokrise herbeigeflickt. Da weiß ich doch, was da für eine Union herauskommt. Eine, in der wir nichts zu melden - sondern nur zu zahlen haben.

  • Habe gerade bei der Wirtschaftswoche zum Thema Euro-Krise nachgeslesen. Dort scheint auch der Glaube an den Euro verlorengegangen zu sein. Interessante Artikel: http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/geldprofi-felix-zulauf-deutschland-in-der-falle/6667872-7.html

  • Verantwortliches Tun bedeutet, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und einen „Plan B“ in der Tasche zu haben….
    Der Plan „B“ wäre bereits bei der Euro-Einführung notwendig gewesen. Ein solches Projekt ohne zu überlegen was wir tun können, wenn es nicht funktioniert war unverantwortlich. Zudem wurde die extreme Verschuldung vieler Länder um Jahre zu spät entdeckt. Wo gab es hier ein Krisenmanagement? Es haben genug Wirtschaftsexperten den jetzigen Verlauf vorhergesagt.
    Noch ein Wort zur „Ansteckungsgefahr“. Hiermit wird immer suggeriert, dass dies ähnlich läuft wie bei einer hochansteckenden Krankheit. Tatsächlich ist es aber so, dass die Länder die Krankheit, die Überschuldung heißt, ja schon lange haben, und zwar im Endstadium. Es gibt kein Land in der Euro-Zone welches die Verschuldung für die anderen Länder bezahlen kann ohne dass es in dieselbe Situation gerät. Andererseits können die Länder, die jetzt wirtschaftlich am Boden liegen, und es werden immer mehr, in dieser Situation ihre Verschuldung nicht abbauen. Die Einmischung von außen bewirkt vor allem den Hass der Bevölkerung.
    Das Euro-Experiment ist gescheitert, das Gegenteil der Erwartungen wie Frieden und Stärkung der Wirtschaftskraft ist eingetreten. Den Frieden hatten wir vor dem Euro. Der Wunschtraum von ein paar Politikern ist von der wirtschaftlichen Realität eingeholt worden. Das Problem heißt Euro!
    Vorschläge von den Euro-Befürwortern und Rettungsversuche, haben nichts verbessert, sie werden dazu führen, dass Deutschland genauso in den Schuldenstrudel durch die kommende Transferunion gezogen wird, und ebenfalls im Staatsbankrott endet. Wem hilft das? Wirtschaftliche Gesetze lassen sich nicht durch noch so schöne Worte außer Kraft setzen.
    Es gibt ernstzunehmende Vorschläge, wie Europa aus dieser Situation wieder herauskommen kann.
    http://www.youtube.com/watch?v=iiQ8n55gosE http://www.youtube.com/watch?v=OJqmP0Fpm5w
    http://www.youtube.com/watch?v=3-cyI7WUDtE

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