B.wertet
Wie Banker mit der Angst Milliarden verdienen

Banker stehen seit Urgedenken am Pranger der öffentlichen Moral. Doch warum eigentlich? Und vor allem: Tun sie das zurecht? Fest steht, dass sie die Angst der Menschen für sich nutzen. Und das wird immer schlimmer.
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Skrupellose Investmentbanker setzen intelligente Computerprogramme für ihren Aktienhandel ein und gewinnen damit gewaltige Summen. Sie nutzen dabei raffiniert und raffgierig die Angst der Menschen aus und maximieren so die Gewinne ihrer Börsengeschäfte. Moral? Fehlanzeige. So liest sich der neueste Roman von Robert Harris „Angst“.

Der Bestsellerautor ist bekannt geworden, weil einige seiner Bücher, beispielsweise „Enigma“ oder „Vaterland“, erfolgreich verfilmt wurden. Mit „Angst“ trifft er ziemlich genau die jetzige Gemütslage weiter Teile der Gesellschaft. Agieren die dunklen Mächte der Finanzmärkte in der Realität nicht genau so? Man bedarf keiner prophetischen Gabe, um festzustellen, dass Harris damit wieder einen Bestseller landen wird.

Szenenwechsel: Florenz, Palazzo Strozzi. Der eindrucksvolle, eher wie eine Trutzburg wirkende Palast aus der Früh-Renaissance beherbergt derzeit eine Ausstellung unter dem vielsagenden Titel „Geld und Schönheit. Bankiers, Botticelli und das Fegefeuer der Eitelkeiten“. Die Erbauer des Palastes – die Strozzi – waren eine erfolgreiche Bankiersfamilie und die Ausstellung widmet sich so im passenden Ambiente dem frühen Bankwesen in Italien und den Aufträgen der Bankiers an die Künstler ihrer Zeit.

Die damaligen Bankiers trieb dabei mindestens so sehr die Angst vor dem Fegefeuer wie die reine Eitelkeit zu ihren Aufträgen. Immerhin, wir haben den Familien Strozzi, Medici, Fugger und wie sie alle heißen und ihrer Sorge um ihr Seelenheil unsterbliche Kunstwerke zu verdanken.

Als Kunstgenießer profitieren wir also von der Angst früherer Zeiten, während heutige Investmentbanker aus der Angst der Gegenwart Profite ziehen? Aber funktioniert die Welt der Investmentbanker und Hedge-Fonds-Manager so, wie in Robert Harris‘ Roman beschrieben? Teilweise vielleicht. Zu einem sehr viel größeren Teil aber nicht.

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Schuld sind nicht nur die Banker, sondern die Gesellschaft

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  • Die Schuld der Gesellschaft aufzubürgen ist wahrlich ein Stück bodenlose Frechheit. Wie hoch ist denn Bitte der Anteil der Bürger, deren Prestige gefährdet ist? Welchen Einfluss hat ein aufgeblähtes gewinnmaximierendes soziales System wie die Börse auf die Gesellschaft. Ich behaupte es ist zum größeren Teil der Einfluss der gierigen Eigennutzmaximierer, die den homo oeconomicus in die Gesellschaft tragen. Sie haben vor lauter Volatilität wohl den Draht zur Realität verloren. Steigen Sie bitte herab aus dem Turm und fangen Sie mal an zu erleben.

  • Das Streben nach Prestige ist ja weder bei Bankern noch in der Gesellschaft zu verdammen. Zu verdammen ist, dass das kapitalistische "Spiel" in eine Schieflage gebracht wurde. Bankangestellte (Vorstände und Investmentbanker) haben das Zusammenspiel von Bankvorständen, Aufsichtsräten und Aktionären zu ihren Gunsten verfälscht. Sie beanspruchen - als wären sie die Eigentümer der Bank - den Löwenanteil des Gewinns. Durch die angefachte Gier haben sie sich das Spiel vereinfacht durch Ratingagenturen und Computerprogramme. Heute sind Banken die Gelddruckmaschinen ihrer leitenden Angestellten. Da ist die Sucht nach Prestige aus dem Ruder gelaufen. Es hat niemand die "Jungs" in die Schranken verwiesen.

  • Man kann den Gedanken jedoch meines Erachtens nicht verallgemeinern und auf die breite Masse der Banker beziehen.
    Was würden sie machen, wenn ihnen ihr Chef sagt, machen sie dies und das und das sofort. Die Antwort ist sie würden es machen. Es verdienen nicht alle Banker an Verkäufen oder Gewinnen der eigenen Bank, ihr Schalterbankangestelter bekommt öfters weniger als ihr Gegenüber. Ich finde es muss in der Wortwahl darauf geachtet werden, dass die Entscheidungen immer von oben nach unten gereicht werden.

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