Kurz und schmerzhaft

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Bruns Breitseite: Die Börse hakt die Euro-Krise ab

Wenn wir in wenigen Jahren die Börsenchronik durchblättern, wird eine alte Börsenwahrheit bestätigt sein: Die Krise, hier die Euro-Schuldenkrise, bietet klugen Investoren hervorragende Einstiegschancen bei Aktien.

von Christoph Bruns
Christoph Bruns ist Fondsmanager und Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG.
Christoph Bruns ist Fondsmanager und Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG.

Besonders europäische Aktien, zumal solche aus den Krisenländern, waren mitunter zu wahrhaftigen Schnäppchenpreisen zu haben. Der zwischenzeitlich viel diskutierte Gedanke, ein so wichtiges und überwiegend vorteilhaftes Konstrukt wie die Europäische Union beziehungsweise die gemeinsame Währung Euro würde wie ein ungeliebtes Möbel auf die Müllhalde geworfen, hat sich als erstklassiger Nährboden für erfahrene Aktienanleger erwiesen. Man schaue sich einmal die Kursentwicklung bei Indra Sistemas in Spanien, De Longhi in Italien oder Irisch Continental in Irland an.

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Inzwischen spricht sich an den Börsen herum, dass die Deutungshoheit über Europa und den Euro nicht allein den Angelsachsen, die ein Interesse am Scheitern des Euro haben, den Internet-Wutforisten und den volkswirtschaftlichen Krämerseelen zukommt. Fundamental wichtige Sachverhalte wie die europäische Union und der Euro dürfen nicht ausschließlich ökonomisch beurteilt werden.

Zwar ist richtig, dass langfristig politisch nur klug ist, was auch ökonomisch vernünftig ist, so jedenfalls der ehemalige Präsident der Bundesbank Karl Otto Pöhl. Aber es zeigt sich hier einmal mehr, dass Politik – wie Bismarck zu Recht meinte – die Kunst des Möglichen ist und keineswegs nur reine Nationalökonomie. Nota bene: Wie es um diese Lehre steht, konnte in den vergangenen Jahren gut beobachtet werden.

Derweil wächst die Weltwirtschaft recht robust, insbesondere in Asien, wo zwei Drittel der Erdbevölkerung lebt. Aber auch der mittlere Osten und sogar Afrika zeigen mitunter positive Tendenzen. Selbst Nordamerika hat aufgrund des dortigen Kohlenstoff-Booms und des sich verbessernden Immobilienmarktes einiges an Phantasie zu bieten – trotz aller Unkenrufe. Hieran teilzuhaben ist die strategische Stoßrichtung der meisten börsennotierten Unternehmen. Gerade deutsche Unternehmen machen angesichts ihrer internationalen Ausrichtung (Stichwort Export) dabei derzeit eine gute Figur.

  • 15.02.2013, 21:37 UhrSiggi40.de

    Teil II
    Um in Europa den Kollaps noch a bissl rauszuschieben, refinanzieren sich französische Banken mit den wertlosen STEP-Anleihen bei der EZB (445 Mrd), die anderen PIIG(F)S über ELA-Kredite der EZB. Dazu kommen noch die unzähligen „Bankenrettungspakete“ für französische Banken, als Griechenlandrettung getarnt, und die Target2 Forderungen in Höhe von ca. 700 Mrd €. Und die Zentralbanken verschieben mit immer neuen Fiat-Billionen den schon längst überfälligen Aktiencrash.

    Also jedem seine Druckerpresse, dann geht es wieder aufwärts. Oder habe ich da was falsch verstanden?

    Spanien hat mehr private Schulden, als alle anderen Euro-Staaten zusammen. Was sagt uns das? Die Krise hat noch nicht mal angefangen – sie wurde lediglich mit immer mehr Milliarden und Billionen der Zentralbanken hinausgeschoben und massiv verschlimmert. Europas Wirtschaft hängt am Tropf der EZB – was sagt uns das? Nur ein zurück zu den Landeswährungen kann ein jahrzehntelanges Siechtum mit inneren Unruhen und Bürgerkriegen verhindern.

    Der Baltic-Dry-Index,
    ein Frühindikator für die Weltwirtschaft, am 28.11.2012 noch 1.104 Punkte. Seitdem wieder im freien Fall. Am 21.12.2012 nur noch 700 Punkte, ein Minus von 36% innerhalb von 3 Wochen!! (1 Jahr Chart / 5 Jahre Chart)
    Am 20.Mai 2008 mit 11.793 Punkten sein Allzeithoch, am 03.02.2012 sein Allzeittief mit 647 Punkte, aktuell bei 748 Punkte.

    Noch ist dafür Zeit, seine Ersparnisse und sein Vermögen sicher und günstig in Rohstoffe und Edelmetalle umzuschichten, nur zum Werterhalt, den letzten beißen die Hunde. Und erst nach dem großen Crash, von dem wir nicht mehr allzu weit entfernt sind, Aktien kaufen zu einem Bruchteil der derzeitigen Kosten von Firmen, die den Crash überlebt, bzw. umfirmiert haben. So wird da ein Schuh daraus.

  • 15.02.2013, 21:35 UhrSiggi40.de

    +++ Unser erträumter, kreditfinanzierter Aufschwung – Eine Fata-Morgana +++
    Jetzt Aktien kaufen – noch schneller werden Sie Ihr Geld nicht los!

    +++ Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten +++
    Steve Keen: „Rund 80 Prozent der Tarp-Gelder, die dazu gedacht waren, die Wirtschaft zu beleben, gingen direkt in Spekulationen an den Aktienmärkten. Alleine deswegen sind die Aktienkurse so stark gestiegen“. Halleluja. Nix mit Aufschwung!! Nur Steuerbillionen im Eigenhandel und an den Börsen verzockt. Der ursprüngliche Gedanke der Börse, die Firmen mit Geld zu versorgen, ist zum Zockerparadies verkommen. Hände weg von den Börsen!!

    Faber erwartet den großen Crash
    19.11.2012. Der Börsenguru Marc Faber warnt: Die Börsen werden einbrechen. Der Weltwirtschaft geht die Puste aus, das globale Finanzsystem werde eines Tages implodieren. Notenbanken und Politik riskierten den Zusammenbruch. (Der Baltic-Dry-Index, ein Frühindikator für die Weltwirtschaft – im freien Fall).
    Faber ist sicher, dass eines Tages das ganze globale Finanzsystem auf null gesetzt wird. Für einen allfälligen Neustart des Systems sorgen werden aber nicht Notenbanken, sondern implodierende Währungs-, Kredit- oder Aktienmärkte.
    In der Eurozone lassen sich die Konturen von Fabers düsteren Prognosen schon heute erkennen: Je länger der Euro existiert, umso höher werden seine Beerdigungskosten. Das irrwitzige Experiment, den Euro um jeden Preis erhalten zu wollen, schickt die Peripheriestaaten auf direktem Weg in die dritte Welt.

    Ich empfehle allen Lesern folgendes Video von Prof. Werner Sinn anzuschauen. So erspare ich mir weitere Ausführungen zur Eurokrise. Da werden Sie geholfen:
    http://www.youtube.com/watch?v=Ui0NOk_lSbU

  • 15.02.2013, 09:42 UhrLest_doch_aus_dem_Kaffeesatz

    Herr Dr. Bruns,
    Ihr politisch eingefärbtes Diskriminieren eines Teils der Internet-Kommentatoren werde ich zu gern auf Verstöße gegen das Verbot der Diskriminierung prüfen. Sie polemisieren und polarisieren. Politisch korrekt ist das nicht. Haha.
    Dass der Euro noch dahinvegetiert, ist nicht ein Zeichen seiner Stärke, seines Sinns, sondern einzig und allein das Ergebnis einer Vielzahl von Rechtsbrüchen und Rechtsverzerrungen. Halten Sie die ehemaligen BuBänker Weber und Stark ernsthaft für Schwätzer?
    Die Gegner dieser Rechtsbrüche als Internet-Wutforisten zu bezeichnen ist eine Frechheit und zeugt von wenig Sachkenntnis. Vielleicht sollte VroniPlag mal Ihren "Dokter" (bewusst nicht "Doktor") untersuchen?
    Dass Aktien und der Euro gerade Höhenflüge erleben, ist doch nicht dem Abhaken der Krise geschuldet, sondern dem bedingungslosen, totalen Retten des Euros auf Kosten der europäischen Stuerzahler durch Herrn Draghi zum einen und zum anderen den Abwertungen anderer Währungen.
    Der Höhenflug des Euros führt bedingungslos in den fortschreitenden Verlust von Arbeitsplätzen in Südeuropa und demnächst auch in Deutschland.
    Aber ja, die Zocker können erstmal kurzfristig (!) weitermachen.
    Ich werde Ihren Kommentar für mich konservieren und zu gegebener Zeit Ihnen unter die Nase halten.
    Ich würde Ihnen unter keinen Umständen Geld anvertrauen.

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