Bruns Breitseite: Liberalismus im Sinkflug

Bruns Breitseite
Liberalismus im Sinkflug

Deutschland gilt an den Märkten der Welt geradezu als Musterland, wie an den geringen Zinsen für Bundesanleihen abzulesen ist. Doch es liegt einiges im Argen, die Marktwirtschaft ist zur Staatswirtschaft verkommen.
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45 Prozent Staatsquote, hohe Steuer- und Abgabenlasten, Staatsfernsehen, Staatslotterie, Beamtenapparat, Behördendichte, Frauenquote, 200 Milliarden Euro Familienförderung pro Jahr, Mindestlohn, Energieregulierung und dergleichen machen den derzeit gefeierten relativen Erfolg der Bundesrepublik gegenüber vergleichbaren Staaten aus. Deutschland gilt an den Anleihenmärkten der Welt geradezu als Musterland, wie unschwer an den geringen Zinsen für deutsche Staatsanleihen abzulesen ist.

Vor gut zehn Jahren waren Abgesangtöne auf den rheinischen Kapitalismus in den Medien an der Tagesordnung, die bekanntlich zu den Reformen der Agenda 2010 führten. Entsprechend selbstbewusst treten die allesamt sozialdemokratischen staatstragenden Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP auf.

Eine kräftige Stimme für den politischen Liberalismus, der in Deutschland bereits seit Jahrzehnten im Sinkflug befindlich ist, regt sich nirgendwo. Ebenso ist das Vertrauen in die Marktwirtschaft und die positive Lenkungs- und Wohlstandswirkung von Märkten eher gering.

Eine breite Kolonne marschiert hinter dem Panier zusätzlicher Regulierung und staatlicher Eingriffe her. Am Säbelquast führt man das Banner der sogenannten Sozialen Gerechtigkeit, womit sich ein allumfassender Anspruch auf Deutungshoheit verbindet.

Kommentare zu "Liberalismus im Sinkflug"

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  • man kann es ganz prollig ausdrücken: die Menschheit ist einfach zu blöde.Punkt.

  • Dazu lesenswert, gerade heute zum Thema "Freiheit und
    Liberalität", ein Artikel im FOCUS unter dem Titel
    "Political Correctness", was in Deutschland noch gesagt werden darf. Kein Thema ? Bei einer vermutlich kaum zu
    vermeidenden Koalition der Einheitlichen ab Oktober
    sicher nicht.

  • Stichwort "Freie Wähler". Kaum einer kennt sie, niemand macht sie bekannt und doch: Mit einem erstmaligen Stimmenanteil von nur etwa 1,2 % bei der Landtagswahl in Niedersachens, davon etwa 195 Stimmen in meiner primär- (noch) konservativen kleinen Estestadt Buxtehude, mit Anteil der Grünen steigend auf ca. 18 %, hat dieser verschwindend geringe Anteil der Wählerstimmen bei dieser ersten Wahl in diesem Jahr zur Schwächung des Systems Merkel, diesmal in Hannover, beigetragen (wer hätte das
    jemals in Schwaben gedacht?!). Eine Einschätzung aus einfacher Sicht eines kleinen ehemaligen CDU- Wählers
    (bis Kundus 2009), der primär die Politik der CDU- Frau und ihr System sowie der mitregierenden "Freien Liberalen Partei" sieht.
    Nun also ist die Opposition dran in Hannover. Dennoch, "Die
    Freien" spielen aus meiner Sicht schon mit, insbesondere
    wenn man davon ausgeht, dass ihre Anhängerschaft möglicher-
    weise aus unzufriedenen, vormals mehr konservativ denkenden
    Mitbürgern, Wählern besteht.

  • Da haben Sie völlig Recht; es ist ein Jammer! Ich kann dem Autor nur recht geben, es ist bitter, dass es so wenige sind, die die Probleme erkennen. Der Rest läuft in der Schafherde mit!

  • Leider zerlegt sich die letzte freie Partei wie die FDP selbst. Sie trägt die Ausuferung des Bürokratismus, des EU-Wahnsinns, der Bevormundungen und der Bürgerhaftung für Pleiteländer mit. Vielleicht gibt es da eine kleine Chance für die Freien Wähler, die schnellstens ihr Programm, auch gegen die EU, vorstellen müssen. Eine wirklich freie Partei hätte nach meiner Ansicht große Chancen. Alle Altparteien sind Einheitsbrei und verstaubt, sprich verbraucht. Die Interessen der deutschen Bürger sind nicht mehr gewahrt.

  • Die Agenda 2020 muß sich zuerst im Kopf des Bürgers kristalisieren. Eine gute Meßlatten für einen Fortschritt dieses Prozesses ist das Wählerverhalten.

    Ich kann beim besten Willen keinen Fortschritt erkennen.

    Es sind immer noch dieselben Parteien, die den Karren in den Dreck gefahren haben, die heute dem Bürger suggerieren:
    Wir bieten die besten Lösungen für die derzeitigen Probleme.

    Schönen Abend noch.

  • @bla: Wer bereit ist, seine Freiheit für "Sicherheit" aufzugeben, verdient weder das eine noch das andere, und wird beide verlieren. (Benjamin Franklin)

  • Eine freie Gesellschaft, freie Märkte und Industrie weniger Bürokratie und Gesetze das ist ein freies Leben. Die Menschen neigen für soziale Sicherheit ihre Freiheiten aufzugeben. Aus diesem Grund ist in dieser Jammergesellschaft der Schrei nach dem Vaterstaat wie bei dreijährigen die nach ihren Eltern schreien wenn sie mal wieder nicht weiter wissen. Es wird mal wieder zeit für eine neue Agenda 2020

  • @bla
    Freiheit ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Geisteshaltung. Es gibt Arme, die frei sind und Millionäre, die niemals frei sein werden.

  • Das ist eine gute Frage. Auch ich versuche, als Freiberulfer Vermögen fürs Alter aufzubauen, was auch mir zunehmend schwerer fällt, obwohl ich mich bzgl. meiner Einnahmen nicht beklagen kann. Auch befürchte ich, dass wir im Falle eines Wahlieges von rot-rot-grün definitiv in den Sozialismus abwandern. Die Steuerdrohungen sind ja schon raus. Und da ich sowieso den größten Teil meiner Steuern im Ausland erwirtschafte, stelle auch ich mir inzwischen die Frage nach einem Flüchtlingsziel. Daher mein Vorschlag: Prüfen Sie mal Länder Südostasiens. Ich arbeite dort sehr gerne auf Projekten. Ein Teil meiner älteren Kollegen haben sich schon nach Malaysia oder Thailand zurück gezogen. Es sind sehr angenehme Länder, mit angenehmen Menschen, hohem Wachstum, guter Verzinsung von angelegtem Geld, schönem Wetter und leckerem Essen. Und es gibt dort nicht die Krankheit der Staatsgläubigkeit wie in Deutschland. Meine Firma hätte ich schon längst nach Singapur verlegt, wenn ich mehr Knete hätte. Leider macht zumindest Singapur die Schotten schon dicht, weil ein Ansturm an Wirtschaftsflüchtlingen aus Europa erwartet wird.

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