Kurz und schmerzhaft

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Bruns Breitseite: Liberalismus im Sinkflug

Deutschland gilt an den Märkten der Welt geradezu als Musterland, wie an den geringen Zinsen für Bundesanleihen abzulesen ist. Doch es liegt einiges im Argen, die Marktwirtschaft ist zur Staatswirtschaft verkommen.

von Christoph Bruns
Christoph Bruns ist Fondsmanager und Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG.
Christoph Bruns ist Fondsmanager und Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG.

45 Prozent Staatsquote, hohe Steuer- und Abgabenlasten, Staatsfernsehen, Staatslotterie, Beamtenapparat, Behördendichte, Frauenquote, 200 Milliarden Euro Familienförderung pro Jahr, Mindestlohn, Energieregulierung und dergleichen machen den derzeit gefeierten relativen Erfolg der Bundesrepublik gegenüber vergleichbaren Staaten aus. Deutschland gilt an den Anleihenmärkten der Welt geradezu als Musterland, wie unschwer an den geringen Zinsen für deutsche Staatsanleihen abzulesen ist.

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Vor gut zehn Jahren waren Abgesangtöne auf den rheinischen Kapitalismus in den Medien an der Tagesordnung, die bekanntlich zu den Reformen der Agenda 2010 führten. Entsprechend selbstbewusst treten die allesamt sozialdemokratischen staatstragenden Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP auf.

Eine kräftige Stimme für den politischen Liberalismus, der in Deutschland bereits seit Jahrzehnten im Sinkflug befindlich ist, regt sich nirgendwo. Ebenso ist das Vertrauen in die Marktwirtschaft und die positive Lenkungs- und Wohlstandswirkung von Märkten eher gering.

Eine breite Kolonne marschiert hinter dem Panier zusätzlicher Regulierung und staatlicher Eingriffe her. Am Säbelquast führt man das Banner der sogenannten Sozialen Gerechtigkeit, womit sich ein allumfassender Anspruch auf Deutungshoheit verbindet.

  • 07.02.2013, 15:56 UhrRiesener

    Herr Bruns ist mit seinen Auffassungen nicht allein. Aber keine Partei vertritt sie. Schlussfolgerung? Deutschland braucht eine neue liberale Partei! Ist jemand bereit sie zu gründen?

  • 07.02.2013, 16:05 UhrPdV

    Ist gegründet. Schließen Sie sich an: www.parteidervernunft.de

  • 07.02.2013, 16:27 UhrBlaBlaBla

    Dummes liberales Geschwätz von Freiheit. Wer ist denn überhaupt frei in diesem Land?
    Doch nur derjenige, der es sich leisten kann.
    Die breite Masse kann das eigene Leben doch gar nicht frei gestalten, weil sie zum Überleben in Abhändigkeitsverhältnissen steckt.
    Gerade diejenigen, die vom Erhalt der Freiheit und des Liberalismus schwaffeln, haben ihre Schäfchen schon lange in trockenen Tüchern. Frei bin ich erst dann, wenn ich mein Leben unabhängig von äußeren Einflüßen getsalten und leben kann. Und das geht in einer neoliberalen kapitalistischen Welt nur mit Geldvermögen.
    Fragen Sie mal eine Ex-Verkäuferin von Schlecker, wie frei sie sich in D fühlt und wie die ihr Leben in Freiheit und ALG II gestalten kann!

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  • Kommentare
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