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Connellys Corner: Betreuungsgeld? Nein danke!

Die kritischen Stimmen zum geplanten Betreuungsgeld für Eltern werden immer lauter. Das ist gut so, denn die Idee ist unsinnig.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.
Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Im Koalitionsvertrag ist ab 2013 ein Betreuungsgeld für Eltern vorgesehen, die für ihre Kleinstkinder keinen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen. Monatlich 100 Euro soll dies wert sein und ab dem Jahr 2014 sogar 150 Euro pro Monat. Die CSU und allen voran die bayerische Familienministerin Christine Haderthauer gelten als die größten Verfechter dieser zweifelhaften Idee. 

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Kritische Stimmen aus den eigenen Reihen gibt es zunehmend, und jetzt schaltet sich die EU ein. Ich halte das Betreuungsgeld für kontraproduktiv, und eine Einführung sollte verhindert werden. 

Die EU-Kommission zeigt sich überrascht, dass es Bestrebungen gibt, Frauen aufzufordern nicht zu arbeiten. Auch sie hält dies für das falsche Signal, da es angesichts der demographischen Verhältnisse vor allem gilt, mehr Frauen in Beschäftigung zu bringen. Männer trifft dies nur in der Theorie, da diese ohnehin meist hauptberuflich trotz (oder wegen?) der Kinder arbeiten.

Die Europa-Abgeordnete und CSU Politikerin Monika Hohlmeier stimmt ein in diesen Reigen. Sie hält die Vorenthaltung einer Frühförderung sogar für potenziell schädlich. Es ist zu erwarten, dass primär Kinder aus bildungsfernen Schichten diese „Herdprämie“ bevorzugt für sich beanspruchen - also gerade einen gesellschaftlichen Bereich, den es besonders zu fördern gilt. 

Bei der Umsetzung des Betreuungsgeldes streikt auch der Bundesfinanzminister. „Wer soll das bezahlen“ ist nicht nur saisonal bedingt ein beliebter Karnevalssong, sondern auch das Klagelied der engen Kassen. Medienmeldungen, dass dies zu Lasten des beliebten Elterngeldes gehen soll, wurden vom Familienministerium aber dementiert. Letzteres müht sich, die Beschlüsse des Koalitionsvertrages irgendwie umzusetzen.

Dabei ist schon die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz vielerorts im Verzug. Die Verfügbarkeit dieser Plätze ist jedoch ein wesentliches Element, damit Frauen wieder berufstätig werden können. Verstärkte Anstrengungen in diesem Bereich sind wesentlich sinnvoller als die Einführung eines Betreuungsgeldes, das zum Zuhause bleiben aufruft.

  • 14.02.2012, 15:57 UhrAnonymer Benutzer: Hermann

    Was unser Land braucht, sind nicht mehr berufstätige kinderlose oder kinderarme Frauen (von denen wir noch nie so viel hatten wie heute!), sondern mehr Mütter!

    Früher gab es keine Kitas, keine Kindergärten aber viele Grossfamilien.
    Heute gibt es KITAs, Kindergärten aber kaum noch Kinder - und unsere Familien und Sozialsysteme brechen zusammen.

  • 10.02.2012, 16:27 UhrAnonymer Benutzer: Logo23

    Ich hoffe, es gibt noch Eltern, die ihre Kinder selbst erziehen. Das Propagieren der sozialistischen Einheitserziehung sollte man eher nach China verlegen. Zudem arbeiten die meisten Frauen in untergeordneten, zum Teil prekären, Arbeitsverhältnissen. Das hilft beim demographischen Wandel auch nicht weiter. Mehr als die Grundsicherung kommt dabei auch nicht raus. Und bei immer noch hoher und in den nächsten Jahren wieder steigender Arbeitslosigkeit neue Arbeitskräfte zu empfehlen ist gediegen. Ich glaube auch nicht, dass die Frauen bei Aldi an der Kasse nun ihren Lebensinhalt gefunden zu haben.

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