Connellys Corner Mädels an die Arbeit!

Das Scheidungsrecht verpflichtet Alleinerziehende künftig dazu, selbst mehr Geld zu verdienen.  Gut so, meint Anne Connelly.
6 Kommentare
Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Jetzt haben wir es höchstrichterlich: Alleinerziehende mit kleinen Kindern sind quasi zur Vollzeittätigkeit nach einer Scheidung verpflichtet, da der nacheheliche Unterhalt wegfällt. Das ist ein Weckruf - vor allem für Frauen.

Ein jüngst veröffentlichtes und richtungweisendes BGH Urteil ist die neueste und brisanteste Auslegung des aktuellen  Scheidungsrechts. Die Kindesunterhaltszahlung bleibt unangetastet. Neu ist, dass es dem ehemaligen Ehepartner einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt versagt, trotz der Versorgung eines Kleinkindes. Es unterstellt, dass kleine Kinder heute in Krippen oder Ganztagsschulen gut versorgt werden können.

Lassen wir die Machbarkeit angesichts der mangelnden Verfügbarkeit solcher Betreuungsplätze  in einzelnen Gebieten mal außen vor. Schauen wir uns die Tragweite dieses Urteils an.  In Deutschland sind die meisten Alleinerziehenden weiblich. Es ist ein Weckruf: Mädels, an die Arbeit! Selbst ist die Frau. Vorbilder gibt es in der Politik:  eine  Bundeskanzlerin, gebärende Ministerinnen und Politikerinnen, drei Ministerpräsidentinnen. In der Wirtschaft besteht noch Nachholbedarf. Die drohende Frauenquote braucht mehr willige Frauen. Mädels, traut Euch! Schluss mit 400 Euro Jobs, von denen frau sich kaum eine Handtasche und ein paar Schuhe leisten kann. Im Zeitalter der Gleichberechtigung sollten wir  gleichberechtigt zur Finanzierung des ehelichen Lebensunterhalts beitragen dürfen und müssen es nun auch.

Diese Realität verlangt von vielen  Männern und Frauen hierzulande ein notwendiges Umdenken.   Verheiratete Paare mit Kindern müssen gut abwägen, für welches Betreuungsmodel sie sich entscheiden. Wählt ein Paar das traditionelle Betreuungsmodell,  sprich ein Ehepartner (und das muss nicht zwangsläufig die Frau sein) versorgt primär die Kinder und entsagt einer beruflichen Karriere, dann bedarf es eines Ehevertrages. Damit sollten sich nacheheliche Ansprüche regeln lassen.  Dann braucht es später keinen Richter.

Anne Connelly ist Marketingdirektorin Europa von Morningstar. Bevor sie 2001 zu dem internationalen Researchhaus wechselte war sie unter anderem bei der Fondsgesellschaft Pioneer Investments in verschieden Positionen tätig.

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6 Kommentare zu "Connellys Corner: Mädels an die Arbeit!"

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  • >>>Da zweifelt doch dann jeder am guten Willen....<<<

    Zu recht.

  • >>Da zweifelt doch dann jeder am guten Willen....<<

    Zu recht.

  • Liebe Trottellumme,
    ist sich das nicht etwas einfach gemacht? Unsere Krippe hatte täglich von 7:30-15:00 Uhr geöffnet, was mir immerhin eine 75%-Stelle ermöglicht hat. Unser Kindergarten hat bis 16:30 Uhr geöffnet. Ganz sicher muss sich an den Betreuungszeiten noch etwas ändern! Insbesondere auf dem Land, wo es offenbar noch üblich ist, die Kinder spätestens um 14:00 Uhr vom Kindergarten abzuholen (von einer Krippenbetreuung ganz zu schweigen). Aber dafür braucht es Eltern, die den Willen haben, die herkömmlichen Strukturen aufzubrechen und Mütter, denen es eben nicht genügt, max. einen 400EUR-Job zu haben. Es gibt aber auch noch andere Betreuungsmöglichkeiten. Schon mal über eine Tagesmutter oder über ein Au-Pair nachgedacht?? Ich kann diese Jammerei und dieses "ich würde ja gerne, aber es geht leider nicht" echt nicht mehr hören! Wo ein Wille, da ein Weg!!

  • Der Beitrag ist an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten.
    Erstens kann das Thema fehlende Betreuungsmöglichkeiten leider nicht aussen vor gelassen werden.
    Man möge mir erklären, wie bei Oeffnungszeiten von Kindergaerten oder Krippen von zehn bis zwoelf und zwei zu vier eine Berufstätigkeit der Frau, welche ueber einen 400 eUR job hinausgeht, moeglich sein soll.
    Hat sie nun in dieser Phase "zurueckgesteckt", so wird sie anschliessend doppelt bestraft: mangels Abwesenheit vom Arbeitsmarkt wird sie wohl nicht so schnell eine Stelle mehr finden . Jeder weiss, dass ein Jahr arbeitslosigkeit die Jobchancen bereits erheblich verschlechtern. Und jetzt , was passiert wohl bei drei Jahren... ?
    Und weiter: Nicht jeder Mann versteht, dass man auf Abschluss eines Ehevertrages besteht. JEtzt mal ganz erhlich: wie kommt denn diese Botschaft an "ich heirate dich, aber falls wir uns scheiden, moechte ich Ehegattenunterhalt...?" Da zweifelt doch dann jeder am guten Willen....

  • Da können sich die alleinerziehenden Damen gerne die alleinerziehenden Männer zum Vorbild nehmen. Die müssen nämlich Kinderbetreuung und Vollzeitjob in der Regel immer unter einen Hut bringen. Und die schaffen das auch - ohne zu jammern. Es ist langsam an der Zeit, dass den Damen der Urlaub auf Lebenszeit auf Kosten der Männer mal etwas "unschmackhaft" gemacht wird.

  • Die Texte von Frau Connelly sind aktuell, gut zu lesen und laden ein, auch mal über andere Themen nachzudenken.
    Klasse!!!!!!!!!! Grüße, Hakan

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