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Connellys Corner: Pünktlich nach Hause gehen hat seinen Preis

Der öffentliche Dienst verlangt in den anstehenden Tarifverhandlungen gleich hohe Lohnsteigerungen wie die Industrie. Aber ist dieser Anspruch wirklich gerechtfertigt?

Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.
Anne Connelly – Connellys Corner. Anne Connelly ist eine Pionierin der Investmentfondsbranche.

Professoren müssen jetzt mehr verdienen. Banker sollten tunlichst weniger verdienen. Und Verdi will  mehr Geld an öffentliche Bedienstete zahlen.

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Die Gewerkschaft startet in die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst mit einer Forderung von 6,5 Prozent. Sie will damit erwirken, dass öffentliche Angestellte in gleicher Höhe wie Angestellte in der Industrie vom Aufschwung profitieren. Ich frage mich, ob die Verdi-Leute Ähnliches beigetragen haben, um den Anspruch zu rechtfertigen? 

Schauen wir mal auf unsere vielen Ämter. Wer sich für eine Tätigkeit dort entscheidet, der weiß: Er kann sich auf feste Arbeitszeiten verlassen, ein stabiles Umfeld und eine Art Standortgarantie. All dies ist familienfreundlich obendrein. Angestellte können somit ein aktives Privatleben führen und sich auf ein fixes Gehalt verlassen. Arbeitnehmer brauchen und haben zumeist eine Sachkompetenz zur Berufsausführung. 

Sie benötigen aber auch eine gewisse Gelassenheit oder gar Trägheit, um in einem bedächtig agierenden Verwaltungswesen dauerhaft  bestehen zu können. Wörter wie „Eigenengagement“ und „Flexibilität“ zählen in der Regel nicht zu den Anforderungskriterien eines Amtsmitarbeiters. 

Diese Anforderungen finden sie jedoch in der Industrie. Sie werden dort gelebt und gefordert, damit Unternehmen effizient,  innovativ und wirtschaftlich erfolgreich sein können. Angestellte haben weder starre Arbeitszeiten noch ein stabiles Umfeld, da sich die weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stets verändern.

Unternehmen bemühen sich vermehrt um ein familienfreundliches Miteinander, aber der Weg ist ein steiniger. Zusätzlich haben Angestellte ihren Beitrag in der Finanzkrise geleistet, ob in Form von Kurzarbeit, geringeren oder keinen Boni oder gar Stellenstreichungen. Ihnen steht ein angemessener Finanzausgleich zu.  

  • 20.02.2012, 15:04 UhrAnonymer Benutzer: fauler_Beamter

    Die Autorin hat es wohl versäumt, sich mit dem Thema "Öffentlicher Dienst im Jahre 2012" auseinander zu setzen.

    Von "angemessener Bezahlung" kann nicht die Rede sein. „Kommen, Arbeiten und Pünktlich nach Hause gehen“. Von wegen.

    Überstunden sind inzwischen an der Tagesordnung. Immer weniger Personal für die gleiche Arbeit.

    Darüber hinaus gibt es in meinem Umfeld kontinuierlich Projekte, um Prozesse effektiver und effizienter zu gestalten. Dafür braucht es gute "Köpfe" und somit auch eine gute Bezahlung, um diese zu gewinnen.

    Es ist schon interessant, dass es immer noch Leute gibt, die den Öffentlichen Dienst mit dem vor 20 oder 30 Jahren verwechseln.

    Der Artikel spiegelt eine Reihe von Vorurteilen wieder und ist an unqualifizierten Aussagen nicht zu übertreffen. Hut ab, da haben Sie sich ja mal richtig Gedanken gemacht!

  • 18.02.2012, 09:50 UhrAnonymer Benutzer: xxx

    und zumindest in diesem Bundesland hier sind in den unteren Lohngruppen Frauen beschäftigt zu 70%! Die höheren Einkommensgruppen sind von Männern belegt.

    wenn man also mal etwas für die Einkommenssicherheit schlecht verdienender Frauen tun möchte, sollte man dringend die unteren Lohngruppen finanziell aufwerten - da arbeiten auch viele Alleinerziehende und die möchten ihren Kindern auch mal was gönnen und in ihren Wohnungen wohnen bleiben können.

    Was man in Deutschland mit Frauen macht ist echt asozial! Die lassen sie mit Absicht in die Altersarmut fallen, auch weil deren Löhne allerorten absichtlich niedrig gehalten werden!

    ein solches Land hat auch Kindermangel verdient!

    in den unteren Lohngruppen sind immer Frauen!

  • 18.02.2012, 09:44 UhrAnonymer Benutzer: xxx

    "Er kann sich auf feste Arbeitszeiten verlassen, ein stabiles Umfeld und eine Art Standortgarantie. "" Das stimmt nicht - es wurden Bereiche privatisiert, es wurde outgesourct, es wurde zusammengelegt und aufgelöst - egal ob Bundeswehr oder viele andere Behörden.

    auch weite Fahrtwege mussten dafür in Kauf genommen werden - aktuell wird wieder die Bundeswehr geschrumpft und verlagert.

    der öffentliche Dienst ist in Deutschland mit ein "Globalisierungsopfer" . Deutschland ist mit Japan das einzige Land der OECD mit Reallohnsenkungen! Diese 2 "Globalisierungsopfer" haben eben auch im öffentlichen Sektor die Löhne nicht mehr steigen lassen.

    Lohnzurückhaltung gilt ganz besonders in diesem Bereich. Ich kenn Personen die dort arbeiten - das ist schon traurig, wenn manche aus ihrer Wohnung ausziehen müssen, weil die Miete steigt und deren Lohn aber seit 10 Jahren nicht. Insbesondere die niedrigen Lohngruppen stehen finanziell schlecht da. Ich würde sogar plädieren statt prozentual lieber Festbeträge zu ermöglichen.


    in Schleswig-Holstein gibt es sogar Angestellte/Beamte die auf Kinderzuschläge und ergänzendem HartzIV abhängig sind!

    ca. 150 000 Mitarbeiter im ÖD sind Wohngeldabhängig und dürfen selber Bittsteller in Ämtern sein. Vor allem die niedrigeren Gehälter müssen dort aufgestockt werden.

    und in den Universitäten hat die Prekarisierung der Arbeit voll zugeschlagen -- nur noch befristete Verhältnisse, vergütet wird halbtags, gearbeitet aber Vollzeit.

    ein Staat kann nie billig finanziert werden. Irgendwann wächst dann die Korruption und Bakschisch-Wirtschaft.




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