Connellys Corner
Warnhinweis: Zigaretten können Leben retten

Zur Abwechslung eine positive Nachricht für Raucher. Wenn schon EU-Verordnung, dann bitte richtig.
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Neuartige Zigaretten,  die ab sofort im Handel sind, sollen Raucher vor dem Flammentod schützen. Verstärkungen in der Papierhülle sollen dafür sorgen, dass die Zigarette sich selbst löscht, wenn nicht mehr daran gezogen wird. Dies soll eine der Hauptursachen für Wohnungsbrände verhindern und angeblich circa 1000 Europäern das Leben retten. In Ländern, wo diese Sicherheitszigarette im Einsatz ist, verzeichnet man drastische Rückgänge der auf schwelende Zigaretten zurückzuführenden Brände. Soviel zur positiven Nachricht.

Wenn ich so etwas lese, wundere ich mich, für was wir alles Geld ausgeben in der EU, auf deren Verordnung diese Meldung zurückgeht.  Im Internet sind solche Nachrichten umrahmt von Anzeigen, wie man am besten mit dem Rauchen aufhört.

Bekannterweise die einzige vernünftige Alternative für die Problematik. Dass Rauchen an sich deutlich mehr Todesopfer fordert, zählt zu den offenen Geheimnissen dieser Welt. Aber wir haben jetzt diese „Sicherheitszigarette“ und reden vom „gesunden Rauchen“, dank elektronischer Zigaretten. Soviel ist also geblieben vom coolen Marlboro Image und dem Cowboy, dem frau gerne in den Sonnenuntergang folgen würde.

Das Image des hippen Rauchers ist ohnehin mit der Einführung des Rauchverbots dahin. Wenn ich Raucher in eigens geschaffenen Glasräumen an Flughäfen rauchen sehe, erinnert mich dies an eine aussterbende Spezies, die in Glaskäfigen zur Schau gestellt wird. Fast wie im Zoo oder auf Jahrmärkten vergangener Zeiten. „Opfer“, wie mein Teenager Sohn sagen würde.

Als ich selbst noch diesem zweifelhaften Hobby frönte, saß man gepflegt an der Bar, unterhielt sich und trank bevorzugt gekühlte Getränke. Dann kam das Rauchverbot. Heute stehen Raucher in Scharen vor der Eingangstür von Restaurants und Bars. Das gleiche Bild sieht man vor Büroeingängen.  Geht es noch etwas uncooler?

Und hier plädiere ich für weiteren Handlungsbedarf seitens der EU. Wenn schon Verordnung, dann bitte richtig.  Zunächst brauchen wir ein gleich strenges Rauchverbot in allen EU Ländern. Zum anderen finde ich, sollten wir eine rauchfreie Zone um die Eingangsbereiche von Gebäuden schaffen.

Die EU hat es geschafft, Bananenlängen zu definieren, da sollte doch die Bezifferung eines Mindestabstands von Rauchern zur Tür die leichteste Übung sein. Ich mag mich nicht mehr der Rauchfahne aussetzen beim Betreten oder Verlassen eines Gebäudes. Und damit bin ich bestimmt nicht alleine.  Also, aktuelle und zukünftige Nichtraucher Europas, vereinigt Euch. Wenn schon kein Konsens beim Euro zu erzielen ist, dann lasst uns auf lebensrettende Themen wie diese konzentrieren. Mit Rettungspaketen kennen wir Europäer uns schließlich aus.

Anne Connelly ist Marketingdirektorin Europa von Morningstar. Bevor sie 2001 zu dem internationalen Researchhaus wechselte war sie unter anderem bei der Fondsgesellschaft Pioneer Investments in verschieden Positionen tätig.

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  • Was die gute Frau nicht schreibt, ist, dass Sie bei einer der Ratingagenturen arbeitet.Und da frage ich Euch alle, sollte man das Rauchen oder eher Ratingagenturen verbieten, die die ganze Welt ins Unglück stürzen?

    Mal abgesehen davon handelt es sich bei der EU um eine wirtschaftspolitische Union und nicht um eine gesundheitspolitische. Es ist in der BRD nicht einmal im Rahmen der Kompetenzen der Bundesregierung ein radikales Rauchverbot einzuführen. Das ist Ländersache.

    Die Forderung ist also gegenstandslos, da es dafür gar keine rechtliche Grundlage gibt.

    Ferner gibt es zum Thema Rauchen auch diverse wissenschaftliche Studien.

    Eine wesentliche Komponente für die Krebs-Anfälligkeit liegt in den Genen.

    Jährlich erkranken etliche Menschen an Krebs ohne je geraucht zu haben. Jeder Mensch ist täglich Umweltbelastungen ausgesetzt . Das kann durch Autoabgase sein, durch Ausdünstungen von Möbeln und Teppichen im Haushalt, durch Gifte in Makeup, durch Gifte in Schuhe, durch Kaffee, durch Pommes etc.

    Mittlerweile gibt es sogar Studien, die aufzeigen, dass man selbst durch schnurrlose bzw. Mobiltelefone Krebs bekommen kann.

    Wollen wir das jetzt alles verbieten, weil es schlecht für die Gesundheit sein kann?

    Es gibt derzeit auch eine aktuelle Studie einer Universität in Kalifornien, nach der vor allem Fruchtzucker der Brennstoff für Krebszellen ist.

    Wer also viel Obst und Marmelade ist und dazu noch leckere Fruchtsäfte trinkt, der gibt dem Krebstumor erst eigentliche die Chance zu wachsen.

    Aber sollten wir deswegen Obst, Marmelade und Säfte verbieten?

    In den USA gibt es auch Studien zu Prostatakrebs, eine der am weitesten verbreiten Krebsarten. Ursache liegt wohl in Milch und Käseprodukten.

    Trotzdem würde hier niemand auf den Trichter kommen Warnhinweise auf Milchpackungen zu schreiben oder milchfreie Zonen einzurichten.

    Also beim Thema geht es anscheinend nicht um Gesundheit, sondern vielmehr darum auf Raucher einzubashen.

  • Propagande alter Schule. Die Hexenjagd auf Raucher nimmt Formen an, die mich zunehmend an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte erinnern. Dabei wird insbesondere der Wahrheitsgehalt der Theorie von einer Schädlichkeit des so genannten Passivrauchens (das Wort an sich ist ein Paradoxon) mangels Möglichkeit einer zeitnahen Falszifizierung noch Jahrzehne, wenn nicht sogar auf ewig im Dunkeln bleiben.

    Ich bin übrigens Nichtraucher und muss feststellen, dass insbesondere die Kneipenlandschaft Deutschland unter der Pseudokriminlisierung von Rauchern arg gelitten hat. Aber wenigstens leben nichtrauchende Alkoholiker jetzt gesünder...

  • Haben Sie kurz vor Abgabetermin immer noch nichts auf dem Papier gehabt und deshalb diesen völlig deplazierten Artikel abgegeben? Ich bin auch Ex-Raucher, wie Sie. Und ich schäme mich gerade wegen Ihnen dafür!

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