Die aufgeregte Debatte über G8 oder G9 verdeckt, dass deutsche Schüler die Schule als wirtschaftliche und finanzielle Analphabeten verlassen. Das zu ändern, wäre viel wichtiger als die Dauer der Schulzeit.

Kommentare

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  • Ob Beamte oder Angestellte, die Frage ist auch hier eine andere. Man kann Naturwissenschaften auf Lehramt studieren, aber BWL nicht. Wieso? Sicher zunächst weil die zuständigen Politiker von dem Thema auch keine Ahnung haben und es nicht wirklich brauchen (wollen).

    Wenn schon die Schulbildung als Grundlage einer Brufsausbildung sein soll und dann gehört auch das dazu. Doch genau da liegt das Problem. In der Realität lernen die Schüler eben doch für die weitere Schule (Berufsschule. Fachschule, Hochschule etc.) und nicht für's Leben. Das G8 ist eine Forderung der Industrie und Hochschulen (Professoren) und nicht der Politik oder der Lehrer.

    Das Problem ist auch in welchem Fach das stattfinden soll. In der Mathematik wo die meisten Schüler wg. der realitätsfernen Theorie sowieso das Denken bis auf das Mittel- bis Kurzzeitgedächtnis aus schalten? Ober in Fächern wie Gesellschatskunde wo eher das 3. Reich und der Aufbau der BRD gelehrt wird? Ob G8 oder G9, letzlich muss der Lehrplan ausgemistet werden und für diese Thema Anderes entfallen. Nur Sport und Kunst hat es ja meist schon ersatzlos erwischt und das Wissen über Informatik will sicher auch keiner missen. G10?

    Im Ernst, es wird immer Menschen/Schüler gben die kreativen und metaphysischen zuhause sind und denen die Welt der Fakten und Mathematik der Finanzwelt unverständlich bleibt. Wir habe in D große Lücken in der Regulierung des Finanzmarktes an Privatpersonen. Da sind die bösen Briten und Amis weiter. Da könnte Hr. Walter mal seinen Einfluss geltend machen, ggf. zu Lasten seines ehem. Arbeitgebers. Tut er das?

  • Tja Herr Walter, leider muss auch ich Ihnen zustimmen, was die Folgen fehlender Unterrichtsinhalte zu Wirtschaft und Finanzen angeht. Auch zu meiner Schulzeit kamen diese Themen im Unterricht nicht vor. Und es ist sozial außerordentlich ungerecht, dass ein großer Teil der Bevölkerung bei diesen Themen unmündig bleiben muss. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, dass dies so auch gewollt ist, da der Sozialstaat den unmündigen und hilflosen Bürger braucht.
    Aber was wollen Sie denn dagegen unternehmen? Bitte beachten Sie, dass Lehrer in Deutschland gemeinhin Beamte sind. Die meisten haben nach der Schule studiert und sind dann wieder an die Schule. Wenn man Glück hat, kam ein Lehrer während seiner Wehr- oder Zivildienstzeit mit der Realität da draußen in Berührung. Ansonsten müssen Beamte weder für irgendwas vorsorgen, noch brauchen sie sonst irgendwelche wirtschaftliche Kompetenz. Beamtete Lehrer sind daher vollkommen ungeeignet, der Jugend auch nur irgendwas zum Thema Wirtschaft und Finanzen beizubringen. Leider gilt dies auch für viele andere Kenntnisse, die man im wirklichen Leben später braucht.

  • 100% Zustimmung! Neben den aufgeführten Argumenten kann man noch anführen, dass Bildung bzgl. Wirtschaft und Finanzen das beste Mittel zum Verbraucherschutz ggü. Finanzdienstleistern aller Art darstellt. Weiterhin wäre es wirklich sozial gerecht (i.S. von Chancen – nicht Verteilungsgerechtigkeit), die Menschen mit dem nötigen Wissen auszustatten. Manchmal kommt mir die deutsche Gesellschaft i.S. Finanzen vor, wie die Menschen im Mittelalter vor der Reformation! Die brauchten auch die römische Kirche zum Lesen der Bibel und durften sich keine eigene Meinung bilden. Leider gibt es aber im Bereich der „Wissenden“ zu viele, die an der Dummheit der anderen gut verdienen und weiterhin viel Arroganz bei den „Bildungsbürgern“, den „Finanzkram“ als Bildungsnotwendigkeit zu akzeptieren.

  • 100% Zustimmung! Neben den aufgeführten Argumenten kann man noch anführen, dass Bildung bzgl. Wirtschaft und Finanzen das beste Mittel zum Verbraucherschutz ggü. Finanzdienstleistern aller Art darstellt. Weiterhin wäre es wirklich sozial gerecht (i.S. von Chancen – nicht Verteilungsgerechtigkeit), die Menschen mit dem nötigen Wissen auszustatten. Manchmal kommt mir die deutsche Gesellschaft i.S. Finanzen vor, wie die Menschen im Mittelalter vor der Reformation! Die brauchten auch die römische Kirche zum Lesen der Bibel und durften sich keine eigene Meinung bilden. Leider gibt es aber im Bereich der „Wissenden“ zu viele, die an der Dummheit der anderen gut verdienen und weiterhin viel Arroganz bei den „Bildungsbürgern“, den „Finanzkram“ als Bildungsnotwendigkeit zu akzeptieren.

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