Der Transformer: Eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache

Der Transformer
Eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache

Wir züchten Generationen heran, die blind „whatsappen“ können – aber gleichzeitig kein Verständnis davon haben, wie die Dinge im Hintergrund funktionieren. Doch das Bildungssystem muss Schülern dieses Wissen vermitteln.
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Immer mehr Menschen nutzen digitale Werkzeuge, aber kaum jemand versteht die Implikationen dieses Handelns. Smartphones und Tablets sind nicht nur kinderleicht zu bedienen und praktisch, sondern sie sorgen quasi dafür, dass jeder Bürger einen eigenen Supercomputer in der Hand halten kann. WhatsApp, Google und Facebook sind ständige Wegbegleiter. Die Rechenleistung herkömmlicher Smartphones und Tablets steht in keinem Vergleich zur Rechenleistung, die vor 25 Jahren verfügbar war, als das World Wide Web gestartet wurde.

In den vielen Nachrufen zum Tode von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmachers wurde deutlich, dass er sich eine enorme Neugierde bewahrt hatte. Sie half ihm, verstehen zu wollen wie das Digitale funktioniert: wie Hochfrequenzhandel abläuft, wie Realtime-Targeting Werbebanner im Internet ausliefert und wie ganz generell Daten miteinander verknüpft werden können. Wenn man sich jedoch die Debatte um die digitale Zukunft in Deutschland ansieht, dann stellt man fest, dass vielen Teilnehmern der Debatte nicht nur die Neugierde fehlt, sondern auch das Verständnis von den Fundamenten der Digitalisierung.

„Ich muss auch nicht Automechaniker sein, um Auto fahren zu können“, wird der geneigte Leser jetzt einwerfen. Aber auch wenn dieses Beispiel im Autoland Deutschland gerne benutzt wird, so offenbart es doch eine eher traditionelle Sicht der Dinge. So mag es früher noch der Fall gewesen sein, dass mit einer Damenstrumpfhose der Keilriemen eines VW Käfers ersetzt werden konnte, aber bei den hochkomplexen IT-Systemen, die heutzutage ein modernes Auto ausmachen, kommen selbst Automechaniker nur bedingt weit.

Wir haben eine Komplexität bei digitalen Systemen erreicht, die es immer schwieriger macht, überhaupt zu verstehen, wie die Systeme zusammenhängen. Es ist nicht einfach zu durchblicken, in welcher Form und zu welchem Zweck Daten verarbeitet werden und welche Auswirkungen dies auf den einzelnen Nutzer, die Marktteilnehmer oder die Gesellschaft haben wird. Hinzu kommt ein nicht enden wollender Schwall von Fachbegriffen und Marketing-Buzzwords, die eine Diskussion über die digitale Zukunft noch weiter erschweren.

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Javascript ist das neue Latein

Kommentare zu " Der Transformer: Eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache"

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  • @DanielJungblut: die angebliche Schelllebigkeit von Programmiersprachen ist doch Unsinn. Für C++ gibt es auch nach 30 Jahren noch einen Markt, außerdem lebt der Ansatz in Java weiter so wie das Pascal-Wissen in Delphi weiterlebt.
    Ob eine Scriptsprache wie Java-Script mit unsauberen Variablen-Definitionen allerdings dazu geeignet ein wirkliches Verständnis für die Programmierung zu wecken, das wage ich zu bezweifeln.

  • Ist man nicht in der Lage etwas einzufordern, was wirklich relevant für unsere Kinder ist?

    http://ureissner.wordpress.com/uberholtes-schulsystem/

  • Es ist sicherlich sinnvoll, an der Schule mehr Medien- bzw. IT-Kompetenz zu unterrichten, was zwangsläufig auch bestimmte Netztechnologien mit einschließt. Aber Programmiersprachen sind für Unterrichtsfächer zu kurzlebig. Ich selbst habe im Informatikunterricht noch Turbo Pascal und C++ gelernt - da kräht heute kein Hahn mehr nach. Und genau deshalb ist auch JavaScript nicht das neue Latein. Latein (oder auch Französisch, Spanisch, Italienisch etc.) wird es auch noch in 30 Jahren geben und nützlich sein. Aber JavaScript? Wohl kaum. Informationskompetenz im Informationszeitalter ist mehr als die technische Verfertigung von Programmen.

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