Der Transformer
Freie Software für ein freies Europa!

Alle klagen über die Dominanz amerikanischer IT-Konzerne – aber keiner tut etwas dagegen. Dabei können Unternehmen und Behörden etwas tun: Sie müssen die Windows-Alternative Linux benutzerfreundlicher machen.
  • 3

Es ist schon paradox. An vielen Ecken der Republik ertönt das Wehklagen über die Vorherrschaft amerikanischer Unternehmen in vielen Bereichen der IT-Branche. Die Dominanz von Microsoft-Software auf dem Bürorechnern der Nation ist seit Jahrzehnten akzeptierte Realität. Auch der Schwenk vieler Unternehmen hin zu Apple oder den Google-Anwendungen für Firmen sorgt nicht wirklich für eine Verringerung der Abhängigkeit von amerikanischen Unternehmen.

In den 90er Jahren lautete ein Sprichwort: „Kein IT-Manager wurde jemals gefeuert, weil er Microsoft eingesetzt hat!“ – heute findet es nach wie vor Anwendung. Dass Firmen oder Behörden aus der Windows-Welt ausbrechen, ist immer noch die Ausnahme, nicht die Regel.

In München beispielsweise wurde vor vielen Jahren ein ambitioniertes Migrationsprojekt gestartet, um die Verwaltung auf Linux umzustellen. Beim 2. Bürgermeister Josef Schmidt (CSU) ist dieses Projekt allerdings in Ungnade gefallen, er will lieber zu Microsoft zurückkehren. Als Begründung nennt er unter anderem die Unzufriedenheit der Anwender über die Bedienung der Systeme.

Das Klagen über die Benutzerfreundlichkeit der Linux-Oberfläche ist ähnlich legendär wie das Aufregen über den Bluescreen bei Windows mit seinen krypischen Fehlermeldungen. Nur ist Linux ein Open-Source-Betriebssystem. Daher ist durchaus möglich, den Status Quo selber zu ändern, wenn man die geeigneten Ressourcen dazu hat.

Ich verstehe daher nicht, warum es keine konzertierte Aktion deutscher oder europäischer Unternehmen gibt, einen oder mehrere vernünftige Linux-Desktops zu entwickeln, die es in Usability und Design mit Apples OS X oder Microsoft Windows aufnehmen können.

Seite 1:

Freie Software für ein freies Europa!

Seite 2:

Nicht klagen – machen!

Kommentare zu " Der Transformer: Freie Software für ein freies Europa!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Linux ist mittlerweile weitaus bedienerfreundlicher als Windows. Das genannte Ubuntu oder auch linuxmint sind für Normalanwender recht einfach.
    Probleme bereiten mitunter neue Hardware oder auch die geringe Zahl von Spielen. Dort wird weiter die Domäne von Windows liegen.
    Ansonsten ist Linux nicht nur benutzerfreundlicher sondern auch viel schneller.

  • Es wäre die Aufgabe einer Bundesregierung hier Anstösse oder gar Unterstützung in der richtigen Richtung zu geben.
    Aber es erwartet wohl niemand ernsthaft entsprechendes von einer Bundeskanzlerin, die noch lässig damit prahlt, daß sie nicht den hauch einer Ahnung vom Thema NEULAND hat.
    Und was da als sogenannte Internetminister von ihr aufgefahren wurde lässt jeden mit halbwegs Sachkenntnis nur noch schreiend davonrennen.
    Das scheint aber hier in Deutschland kein Problem für eine Bundesregierung darzustellen, wenn sie offen gegen die Interessen der Bevölkerung und der Wirtschaft agiert...
    Der Michel schluckt alles, auch wenn er als Vorstandsvorsitzender oder Ähnliches unterwegs ist.

  • Ich verstehe das Problem mit der angeblich nicht benutzerfreundlichen Oberfläche von Linux nicht. Ich habe meinen privaten Rechner vollständig von Windows gelöst und alles auf Linux umgestellt. Ich nutze die Ubuntu-Distribution. Die anderen Distributionen sind aber sicher nicht schlechter.

    Jedenfalls ist der Desktop kinderleicht zu bedienen. Einen funktionellen Unterschied zum Windows-Desktop kann ich nicht erkennen. Und das freie Office-Paket "LibreOffice", das zu Linux gehört, ist m.E. auch nicht schlechter als vergleichbare kommerzielle Office-Pakete.

    Und wenn ich höre, dass sogar Cern bei Genf mit Linux arbeitet, kann ich mir nicht vorstellen, dass Linux bei komplizierten Aufgaben passen müßte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%