Der Transformer

Unternehmen, empört euch!

Fast täglich werden neue Details zum Ausmaß der NSA-Überwachung bekannt. Die deutschen Unternehmen scheint das nicht zu interessieren. Sie sollten endlich aufbegehren, ein weiteres Abwarten ist gefährlich.
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Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Nico Lumma ist freier Berater und gehört zu den wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland.

Bei vielen deutschen Unternehmen wird bereits beim Betreten des Werksgeländes deutlich darauf hingewiesen, dass nicht nur Fotografieren verboten, sondern auch die Nutzung von Datenträgern jeglicher Art zum Austausch von Informationen untersagt ist. So wollen sie sich vor Werksspionage schützen. Auch gegen Cyberspionage wird einiges getan, von Fingerabdruckscannern an Laptops bis hin zu komplexen Firewall-Strukturen soll Eindringlingen das Leben möglichst schwer gemacht werden. 

Nur eines bringt seitens der deutschen Wirtschaft kaum Reaktionen hervor: Die totale Überwachung des Internets durch amerikanische und britische Geheimdienste – und das im Land des Dauerexportweltmeisters.

Seit einem Jahr werden immer wieder neue Details über die Überwachungspraxis von NSA und dem britischen Geheimdienst GCHQ öffentlich. Die Reaktion der Kanzlerin ist wenig überraschend. Sie wartet ab. Bei ihrem politischen Ziehvater Helmut Kohl nannte man das noch verächtlich aussitzen, aber Merkel hat die ruhige Hand zu ihrem Markenzeichen auserkoren. Das Verhalten kaschiert die allgemeine Planlosigkeit der Bundesregierung aber nur bedingt. So hat Innenminister de Maiziére jetzt dargelegt, über die Bekämpfung von Feuer mit Feuer nachdenken zu wollen, um mit der Ankündigung einer möglichen Ausweitung des Geheimdienstauftrags auf Spionage in den USA ein Zeichen zu setzen.

Ist das Lethargie gepaart mit Ignoranz?
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5 Kommentare zu "Der Transformer: Unternehmen, empört euch!"

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  • Was mich an der ganzen NSA Affäre am meisten nervt, ist diese ganze Verlogenheit und Doppelmoral:
    - das Ausspähen sämtlicher Bürger der Welt durch NSA, außer ihren eigenen, weil es deren Grundrechte verletzt. Haben Bürger anderer Staaten keine Grundrechte?
    - entweder wußten die deutschen Geheimdienste nichts, dann sollte deren sämtliche Chefs wegen Unfähigkeit in hohen Bogen entlassen werden, oder sie haben es bewusst ignoriert bzw. kooperiert. Auch in diesem Falle sämtliche Chefs wegen Missachtung unserer Grundrechte entlassen werden.
    - Minister, die Hinweise auf Terroristen in Deutschland von der NSA annehme, und so tun keine Ahnung zu haben auf welchen Weg die NSA diese erlangt,

    Meiner Meinung nach erfolgt hier eine transatlantische Kooperation statt und Missachtung unseres Grundgesetz durch ie deutsche Regierung und Behörden.
    Dieses ist auch der Grund für deren Untätigkeit.

    Gleichzeitig öffnet man der Wirtschaftsspionage Tür und Tor durch Backdoors. Wenn es staatliche Backdoors in Router gibt, wenn Sicherheitsprotokolle ausgehölt werden, wer glaubt dann wirklich noch das es in Betreibssyteme, Anti-Virensoftware und anderer Sicherheitssoftware keine Hintertüren für die NSA, bzw. China-Hardware für ihre chinesischen Pendants, bei russischer Software für Putins Leutw usw.gibt.

    Also stellt euren Bundestagsabgeordneten MaK genau diese Fragen nach den Geheimdienst-Chefs und rettet unsere Privatsphäre

  • Herr Lumma, Sie haben das auf den Punkt gebracht!
    Es ist ein Trauerspiel, wie mit dem NSA-Skandal seit seiner Aufdeckung im letzten Sommer bis heute umgegangen wird. Die Politiker irrlichtern unsicher und unentschlossen umher. Die IT-Fachleute diskutieren vorwiegend auf der technokratischen Ebene. Die Verbände der deutschen Industrie, die ja aufgrund der Industriespionage u.a. um ihre Innovationen und damit um ihre Überlebensfähigkeit bangen muss, scheinen auf Tauchstation zu sein. Aber in den Unternehmen und den Behörden steigen die Ausgaben für IT-Sicherheit. Na prima. Noch mehr sogenannte IT-Sicherheitsprodukte (möglichst mit integrierten Backdoors für die Spionagedienste) aus den 5-eyes-Ländern! Noch mehr IT-Services inkl. IT- Sicherheitsberatung von Firmen mit direktem Draht zu den Spionagediensten! Noch mehr IT-Hardware von Herstellern, die im Auftrag der Spionagedienste versteckte, embedded Funktionalitäten beinhalten, um z.B. unverschlüsselte, aber auch verschlüsselte Informationen (vor der Verschlüsselung bzw. nach der Entschlüsselung durch ein noch so sicheres Verschlüsselungssystem) problemlos auslesen zu können! Mein Eindruck: vielen ist die Tragweite der durch den NSA-Skandal aufgedeckten Regelverletzungen noch gar nicht bewusst. Wie sich schützen angesichts des neuen Paradigmas: alles was technisch möglich ist, wird unabhängig von Gesetz und Moral auch eingesetzt! Und neue Techniken und Produkte werden NSA-konform entwickelt! Hierzu fehlen m.E. nach noch die überzeugenden Antworten. Immerhin könnte man ja ab sofort auf den Kauf von IT-Produkten und IT-Dienstleistungen von Firmen der "bekannten" Länder verzichten.. Diese Sprache wird am besten verstanden!. Aber die Industrie fürchtet eine Eintrübung des atlantischen Wirtschaftsklimas! . Mein Tip: Hören Sie mal an, was Freiheitskämpfer Sigismund Ruestig zum Thema "was tun?" auf YouTube zu Sagen bzw. zu Singen hat.
    http://youtu.be/_a_hz2Uw34Y

    Viel Spaß beim Anhören

  • Die Lethargie der Unternehmen ist nicht nachvollziehbar, zumal es hier bereits Lösungen für die NSA-FREIE Kommunikation gibt. Ganz vorne dabei sind deutsche Hersteller, wie virtual solution aus München, die mit securepim (www.securepim.com) ein hochsicheres Produkt zum Schutz von firmeninternen Daten entwickelt haben.

  • Mittlerweile gibt es gute Ansätze aus deutschen Landen, zumindest für KMU eine 'NSA-Freie' Kommunikation zu implementieren. Nur diese Lösungen müssen natürlich auch von der deutschen Industrie gestützt werden. Ein Beispiel hier ist www.securepim.com von der virtual solution ag in München. Damit ist eine hochsichere Kommunikation per APP-Container möglich und sogar per Smartcard absicherbar. Man muss es nur tuen!

  • Die deutsche Wirtschaft hat "politisch" weitgehend resigniert nach ihren Erfahrungen" mit einer Bundeskanzlerin Merkel, die ihre Partei in einem Ausmaß auf ihre persönlichen Befindlichkeiten zugeschnitten hat, wie man das kaum für möglich gehalten hat.

    Der "Wirtschaftsflügel" der Union ist weitgehend entmachtet und ins pol. Abseits gestellt und spielt insofern in der Union nur noch eine sehr marginale Rolle.

    Wenn Merkel in der NSA-Affaire mit allen Konsequenzen, die sich negativ für die deutsche Wirtschaft aus derselben ergeben, nicht unter Druck gesetzt wird, wird sie aus eigener Initiative nicht die Energie aufbringen, die notwendig ist, um deutsche Interessen und die Interessen der deutschen Wirtschaft tatkräftig und selbstbewußt gegenüber den US-Partnern zu befördern.

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